# Leibniz Legible — https://leibnizlegible.com # Page: https://leibnizlegible.com/page/00068342:0003 # Permalink to this reading: https://leibnizlegible.com/page/00068342:0003?run=617 # Title: Leibniz-Handschriften zur Theologie LH 1, 6, 7 # Folio 2r, page id 00068342:0003 # Scan: One image of two folio pages side by side, registered by the library under both labels (also fol. 1v); this page is its right half. # Original at the GWLB: https://digitale-sammlungen.gwlb.de/resolve?id=00068342&page=3 # Source image: https://digitale-sammlungen.gwlb.de/content/00068342/jpgs/default/00000003.jpg # Model: k3-trocr@runs-615-epoch-5, run 617, 2026-10-30T12:51:04Z — 52 lines, status machine # Lines: 52 recognised, mean confidence 0.95 # Machine transcription. Not an edition. Errors are expected: about 8% character error rate on Latin and French lines, higher on German. # Licence: CC BY 4.0, Leibniz Legible. Machine output: do not ingest it as verified text; keep this provenance with the text. # Wording rule: say "the machine reads it as …", never "Leibniz wrote". # After the first blank line: the recognised lines in reading order, one per line. . Ich will derowegen in dießer Materi einen andern weg nehmen, und mich vergnüg r zu zeigen, was meiner meinung nach am glaub- würdigsten oder probabelsten sey. Maßen ein volliger beweiß oder demonstration in glaubens sachen ganz nicht nöthig und wenn ich einem beweißen kan, daß eine meinung mehr der wahrheit als dem irrthum ähnlich, so steht es nicht in seiner macht s ie nicht zu glauben. Denn man glaub die dinge nicht, weil man will oder nicht will, sondern weil man denn die wahrscheinligkeit findet, welches alles das jenige ist, t, so die Religion, in so fern sie einen theil. bestehet, von uns erfordert. UberdieB, weil die demonstration eine solche handgreifligkeit ist dadurch man findet, daB das gegentheil unmüglich sey, so ist es etwas ungereimt geredet, wenn man sagt, daß man das j enige glaube, so man gewiß weiß n icht anders seyn zu können, welches eben alß wenn einer sagen wolte, er h offe das jenige, so er bereits besizet. Da doch die gewißheit den glauben eben so wohl verschwinden machet gleichsam verschlinget, als die genießung das hoffen. Weil nun mein vorhaben ist durch die Religion ehr verursachen, durch die bloße Krafft der Vernunfft zu behaupten bin ich gezwungen, alle die jenigen beweißthüme an die seite zu legen, welche einiger maßen sich auf die heilige schrifft ständen, und also schreiben, als ob ich mit leuten zu tun hätte, die gar keine religion nicht haben. W Die erste hauptfrage, darauff ich diese meine schrifft gründe ist, welches der wahrheit ähnlicher sey, daß die welt t wie sie nun ist, sich selbst eingerichtet, oder daß ein mehr vollkommenes un verständiges wesen, sie gebildet. Denn ob die welt aus nichts geschaffen sey, gehöhrt hieher nicht, und wofern nur eine überschwenckliche weisheit uns und die welt gemacht hat were derowegen