# Leibniz Legible — https://leibnizlegible.com # Page: https://leibnizlegible.com/page/00068342:0004 # Permalink to this reading: https://leibnizlegible.com/page/00068342:0004?run=617 # Title: Leibniz-Handschriften zur Theologie LH 1, 6, 7 # Folio 2v, page id 00068342:0004 # Scan: One image of two folio pages side by side, registered by the library under both labels (also fol. 1r); this page is its left half. # Original at the GWLB: https://digitale-sammlungen.gwlb.de/resolve?id=00068342&page=4 # Source image: https://digitale-sammlungen.gwlb.de/content/00068342/jpgs/default/00000004.jpg # Model: k3-trocr@runs-615-epoch-5, run 617, 2026-10-30T12:51:04Z — 65 lines, status machine # Lines: 65 recognised, mean confidence 0.96 # Machine transcription. Not an edition. Errors are expected: about 8% character error rate on Latin and French lines, higher on German. # Licence: CC BY 4.0, Leibniz Legible. Machine output: do not ingest it as verified text; keep this provenance with the text. # Wording rule: say "the machine reads it as …", never "Leibniz wrote". # After the first blank line: the recognised lines in reading order, one per line. derselbigen ind wir offt eben soviel furcht und ehre schuldig, als ob sie uns aus nichts geschaffen hätte, doch weil diese frage nicht so gar zu üb übergehen anders anhero der vornehmste ein würfft gegen die Erschaffung der welt, bestehet darinn daß niemand begreiffen kan, wie auß nichts etwas werden könne. Darauf ich antworte erstlich, daß solche weise etwas zu wiederlegen nicht hoch zu schäzen sey, daß man nehmlich sagen will, etwas könne nicht sein, weil wir es uns nicht können einbilden, da doch eben so wenig zu begreiffen wie die welt könne ewig seyn, als wie sie könne auß nichts entstehen. Folgends so düncket mich das erste eine sache nicht länger bestehe, als sie unverändert bleibet, denn so bald sie auch in dem geringsten theile geändert wird, so ist das ding, als es zuvor gewesen, nicht mehr in der natur, drittens daß ieder theil der welt darinn e Wir leben sich alle augenblick verändert darauß folget, daß die ganze welt auch verändert wird, wenigstens in diesem theile, weil sie ja aus allen stücken bestehet, und kan man dahehr nicht sagen, daß diese welt viele jahre gestanden, sondern nur, daß alle ding in der welt von vielen jahren hehr sich geändert die Diesem zu entgehn werden die so der welt ewigkeit behaupten, gezwungen zu sagen, daß nur die Materi, nicht aber die Zufälligkeiten oder Accidentien geändert werden, allein sie selbst lachen, die Römisch-gesinneten auß, wenn sie vorgeben, daß in ihrer das wesen Verwandelung, sich ständige lezige des Brodts aufhöhre, und nur die Zufälligkeiten bleiben; da doch eins ungereimt ist als das andere, sagen, daß die materi bleibe wenn ihre Zufalligkeiten sich ändern, als daß die Zufälligkeiten bleiben, wenn die materi oder substanz sich ändert. Und sind jene desto weniger zu entschuldigen weil sie alles kühnlich der Natur zu schreiben, Da hingegen die Römischen gestehen, daß ihre meinung ein geheimnüß sey. Und damit man die schwachheit dieser ihrer meinung beßer sehe, so läßet uns ein wenig untersuchen was ein accidens oder eine Zufälligkeit eigentlich sagen wolle. Ein Accident ist ja nicht ein absonderliches wesen, so von dem Cörper oder der materi als habe einige meine gedancken er darüber beybringen wollen F ihr ver vorgeben, nicht umb ein hahr beßer, und