# Leibniz Legible — https://leibnizlegible.com # Page: https://leibnizlegible.com/page/00068367:0241 # Permalink to this reading: https://leibnizlegible.com/page/00068367:0241?run=617 # Title: Leibniz-Handschriften zur Theologie LH 1, 9 # Folio 121r, page id 00068367:0241 # Scan: One image of two folio pages side by side, registered by the library under both labels (also fol. 122v); this page is its right half. # Original at the GWLB: https://digitale-sammlungen.gwlb.de/resolve?id=00068367&page=241 # Source image: https://digitale-sammlungen.gwlb.de/content/00068367/jpgs/default/00000241.jpg # Model: k3-trocr@runs-615-epoch-5, run 617, 2026-10-30T12:51:04Z — 55 lines, status machine # Lines: 55 recognised, mean confidence 0.92 # Machine transcription. Not an edition. Errors are expected: about 8% character error rate on Latin and French lines, higher on German. # Licence: CC BY 4.0, Leibniz Legible. Machine output: do not ingest it as verified text; keep this provenance with the text. # Wording rule: say "the machine reads it as …", never "Leibniz wrote". # After the first blank line: the recognised lines in reading order, one per line. e e Aus diesem defectu nun oder auß dieser Natürlichen Unvollkommenheit er der Creaturen würde dergestalt das böse seinen Ursprung haben. Denn gleichwie kein ziegel so groß, der nicht seine circumferenz, das ist seine schrancken habe, welche ver- ursachen, daß er keinen größern plazein nimt, und demnach eine ohnvollkommene größe hat, immaßen von dem, so durch ein anders an große übertroffen wird, nicht gesagt werden kan, daß es eine vollkommene größe habe: Also ist es auch bewand mit allen Creaturen, nicht nur nach ihrer größe, sondern auch nach ihren ganzen wesen und allen eigenschafften, daß sie ohnvollkom- man seyn. Daß aber die refaturen mit solcher unvollkommenheit geschaffen, rühret daher, daß Gott creaturen und nicht hötter, welches ohnmüglichschaffen wollen Gleichwie nun diese originalis creati- c rarium imperfectio mit den Creaturen selbst auch worden fall ihren anfang ge¬ nommen, auch mit dem Ebenbilde Gottes zugleich bestehen kan und muß, so hat sich hernach n schmilich nach dem fall, die unvollkommen heit des Menschen durch die würckliche Sünde unser ersten elternterst recht herfür gethan, und eine Erbsende auf Uns bracht. in welcher Conductor würcklichen stünde, man betrachten 1693 muß, erstlich realitatem aliquam possitibu welche an ihr selbst was guthes ist, und von Gott hehrrühret, pars andere das böse so in der Sunde befindlich, so nicht von Gott sondern von den schrancken oder un Vollkommenheiten, nehmlich von des Menschen ungehorsam, unwissenheit, unbedachtsam e eit, ohnmacht etc. entspringet Wie wahrscheinlichen nun diese des V Augustini und ander meinung ist, so hebet er sie doch nicht allen Zweifel. Inmaßen die frage übrig bleibet, ob dann dem lieben Gott der die Barmherzigkeit selbst ist, nicht müglich gewesen wäre, den Menschen also zu schärzen. daß er dieser ohnvermendtlichen original ohn- vollkommenheit ohngeachtet, entweder ohne Sünde geblieben, gleichwie die Engel ß nicht gefallen, oder doch wenigst nach