# Leibniz Legible — https://leibnizlegible.com # Page: https://leibnizlegible.com/page/00068367:0260 # Permalink to this reading: https://leibnizlegible.com/page/00068367:0260?run=617 # Title: Leibniz-Handschriften zur Theologie LH 1, 9 # Folio 130v, page id 00068367:0260 # Scan: One image of two folio pages side by side, registered by the library under both labels (also fol. 131r); this page is its left half. # Original at the GWLB: https://digitale-sammlungen.gwlb.de/resolve?id=00068367&page=260 # Source image: https://digitale-sammlungen.gwlb.de/content/00068367/jpgs/default/00000260.jpg # Model: k3-trocr@runs-615-epoch-5, run 617, 2026-10-30T12:51:04Z — 52 lines, status machine # Lines: 52 recognised, mean confidence 0.95 # Machine transcription. Not an edition. Errors are expected: about 8% character error rate on Latin and French lines, higher on German. # Licence: CC BY 4.0, Leibniz Legible. Machine output: do not ingest it as verified text; keep this provenance with the text. # Wording rule: say "the machine reads it as …", never "Leibniz wrote". # After the first blank line: the recognised lines in reading order, one per line. Es ist nicht ohne, daß unter den Reformirten sind auch anderswo Doctores ich gefunden, die von der praedestination beynage wie die stori vom Festo gesprochen gleich als ob alles was geschicht, absolute noth¬ wendig, et fatali atque incurabili necessitate geschehen müste, nicht nur ex divina praescientia et prae ordinatione (welche eine andere als hypotheticam necessitatem mit sich führet, davon die frage nicht ist:) sondern auch absolute ex natura rei non nisi hanc causarum seyem sine contradi- tione admittentis, weilen aber auch dadurch Gott selbst dem hato endtlich unter worffen seyn müste; so will man hoffen, die dergleichen geschrieben werden es auch beßer gemeinet, als davon gesprochen, und nachdem Exempel der Thomasen, die biß weilen auf dergleichen schlag zu reden gewoh¬ net seyn, und denen ein Jesuiter nahmens Kay- nandus deswegen in einem eignen tractat Religionem Bestiarum aufdringen wollen, unter dem nahmen der Necessität nichts anders als certitudinem vel infallibilitatem verstan¬ den haben. Zumahlen nicht zu leügnen, quod omnia futura, etiam contingenta sint certae et determi- n gratae veritatis, non tantum denominatione extrinseca et hypotheticè, wegen Göttlicher vorhehrsehung und Verordnung (ex divina praescientia et pro videntia), sed et in se et absolute ex certa, luet minime necessaria neque inaugurali connexione causarum; auß gewißer doch nicht unüber wind- licher noch Gotts selbst zwingender zusammen genennen der von Gott geschaffener Ursachen. Welches tertitudo et intelligitas iedoch in dem Menschlichen gemüth und freyen Willen auch keinen zwang oder nothwendigkeit, wohl aber eine inclination oder steigung lieber und eher dieses oder jenes zu thun w oder zu laßen erwecket; die Libertatem Arbitrii aber ex doctrina Thomas Karum keines weges krancket oder aufhebet; So daß Conradus vorstius mit den Solden und einigen andern gar nicht nöthig gehabt, umb die Menschliche Frey heit beyzubehalten, sich an der göttlichen all wißenheit und vorsehung, auch andern divinis attributis zu vergreiffen, Ferner was Concursum vel cooperationem dei cum Actionibus creata- turarum betrifft, so ist bekand daß Durandus und andere wenige so ihm hierunter gefolget, nur einen concursum generalem zu laßen wollen, und folglich gelehret, Gott habe dem Menschen