# Leibniz Legible — https://leibnizlegible.com # Page: https://leibnizlegible.com/page/00068367:0261 # Permalink to this reading: https://leibnizlegible.com/page/00068367:0261?run=617 # Title: Leibniz-Handschriften zur Theologie LH 1, 9 # Folio 131r, page id 00068367:0261 # Scan: One image of two folio pages side by side, registered by the library under both labels (also fol. 130v); this page is its right half. # Original at the GWLB: https://digitale-sammlungen.gwlb.de/resolve?id=00068367&page=261 # Source image: https://digitale-sammlungen.gwlb.de/content/00068367/jpgs/default/00000261.jpg # Model: k3-trocr@runs-615-epoch-5, run 617, 2026-10-30T12:51:04Z — 53 lines, status machine # Lines: 53 recognised, mean confidence 0.97 # Machine transcription. Not an edition. Errors are expected: about 8% character error rate on Latin and French lines, higher on German. # Licence: CC BY 4.0, Leibniz Legible. Machine output: do not ingest it as verified text; keep this provenance with the text. # Wording rule: say "the machine reads it as …", never "Leibniz wrote". # After the first blank line: the recognised lines in reading order, one per line. und übrigen creaturen, ein vor allemahl alle Kräffte gegeben, deren sie zu ihren wür kungen benöthiget, und thue hernach bey ihnen ein mehrers nicht, als daß er ihnen solche Kräffte erhalte, et ab interitu conservire, weiter aber mit ihrer würkung nichts zu schaffen habe. Allein es sind die meiste Theologi Scholastici et reliqvi einer andern Meinung, und zwar nicht unbillig. Denn es haben alle Creaturen eine Essentialem dependentiam von Gott, oder wie es Paulus außdrücket: Gott ist nicht ferne von einem ieden unter Unß, dann in ihm Leben, Weben und sind wird Act. XVI. 27. 28. ja es ist nicht zu begreiffen, wie einige Realitas posi- tiva in den creaturen seyn könne, so nicht von Gott allezeit herfließe und ihre dependenz habe. Weil nun nicht allein in dem Wesen, son¬ dern auch in den Würkungen der creaturen eine Realität stecket, so muß das positivum, oder was zu der Creaturen perfection in ihrem grad und nach ihrer art gehöhret, sowohl in der substanz als in den operationen von Gott seinen Ursprung beständig herhohlen. Und bestehet die erhaltung der Creaturen und ihrer Kräffte nicht, wie einige autores, die den concursum dei extensiret, davor gehalten, in der bloßen Verhinderung des untergangs, wie etwa ein schwehrer Cörper gehalten, oder sonst befesti¬ get wird, daß er nicht herunterfalle; sondern es ist conservatio, wie die alten recht gesaget haben, gleichsam eine continuata productio¬ in dem alle dinge nicht weniger iezo als an- fangs ihre dependenz von gott haben müßen, Wir zweifeln auch nicht, es werden die Refor- nirte, von des Durardi meinung umb streche ertfernet seyn, weilen nicht wenige der ihrigen vielmehr zu dem extremo opposito sich zu neigen geschienen. Nur ist die Frage, wie Gott bey dem Majo nicht poena (denn das hat seine gewie¬ sene Wege) sondern Culpae mit würcken könne, ohne sich der Sünden theilhafft zu machen. Allein es ist bereits ohne angeführet, daß das malum culpae oder das böse in der sünde, kein Ens reale positivum, sondern mere privativum sey, welches nicht von Gott sondern von den limitibus creaturearum, als seiner Wurzel hehrrühret. Und kan diese in der that sehr schwehre und dubtike Sach, mit dem Exempel eines strohms. r bey erclärung des Corpers weiter bedienen, sind in etwas erleütert werden; welcher an einem orth mit gleich