# Leibniz Legible — https://leibnizlegible.com # Page: https://leibnizlegible.com/page/00068367:0270 # Permalink to this reading: https://leibnizlegible.com/page/00068367:0270?run=617 # Title: Leibniz-Handschriften zur Theologie LH 1, 9 # Folio 135v, page id 00068367:0270 # Scan: One image of two folio pages side by side, registered by the library under both labels (also fol. 134r); this page is its left half. # Original at the GWLB: https://digitale-sammlungen.gwlb.de/resolve?id=00068367&page=270 # Source image: https://digitale-sammlungen.gwlb.de/content/00068367/jpgs/default/00000270.jpg # Model: k3-trocr@runs-615-epoch-5, run 617, 2026-10-30T12:51:04Z — 53 lines, status machine # Lines: 53 recognised, mean confidence 0.95 # Machine transcription. Not an edition. Errors are expected: about 8% character error rate on Latin and French lines, higher on German. # Licence: CC BY 4.0, Leibniz Legible. Machine output: do not ingest it as verified text; keep this provenance with the text. # Wording rule: say "the machine reads it as …", never "Leibniz wrote". # After the first blank line: the recognised lines in reading order, one per line. zwar ist von Ewigkeit nichts außer Gott, es sind aber doch ab aeterno in intellectu divino ideae rerum tam possibilium qvam actualium, ut in divina voluntate sunt volitio- nes et decreta tam absoluta quam conditionata darunter dann die ideae actualium qvatenus talium, also bewand, daß sie gewiße decreta actualia divinae voluntatis praesupponiren, ohne welche sie zu keiner würckligkeit kommen können. Also wenn Gott in ideis glossibilium die re tiones eligendorum actualium findet, kan man eben nicht sagen, daß die consumption außer ihm sey. Weil auch dergestalt in Gott eine doppelte scientia gesezet wird: Simplicis intelligentiae pro possibili et scientia visionis pro actualibus, so haben einige eine scientiam mediam inter has duas, in Gott finden wollen, nempe non purorum actualium sed conditionalium; qua Deus scit quid esset futurum sialiquid poneretur in actu. Wodurch sie ein mittel zu erseinen vermeinet, den Nodum praedestinationis aufzulösen, und eine bewegende Ursach der Gnadenwahl zu erfinden. Nehmlich daß Gott wiße, wie ein ieder dem er die gnade gibt, oder auch Person a dem er sie nicht gibt, solche gnade wäre, da sie ich sie gegeben werden solte, bey so oder so bewanten umbständen aufnehmen würde; der jenige nun, von welchem Gott vorhehr sehe, daß er die angebothene Gnade weiter nicht so er von sich stoßen und also beßer gebrauchen Weide würde. Dem gebe er mehr liecht, mehr hülffe, auch mehr und beßere umbstande, den effect dergium zu erreichen r allen sich melde die Caulstuben zwar H. Gulem. h Nun stellet man zwar dahin, ob diese so genante von einigen Spanischen Jesuitern inventirte oder wenigstens in ruff ge¬ brachte scientia media nicht sub scientia Scemplicis intelligentiae mit begriffen sey; dadurch gott connexionem et seriem omnium possibilium weiß, und also zugleich begreifft, was aus einem oder andern dieser möglichen inge, wenn sie zur würckligkeit kommen solten folgen würde. Man will auch dieß ex scientia dei media angegebene fundamentum Electionis lieber dahin gestellet seyn laßen, als damit den abgrund der Praedestination zu ergründen unternehmen, inmaßen sich in der anbringung Deßelben große schwäichrigkeiten hervorthun. Denn wann man sagt, Gott gebe majora auxilia.