# Leibniz Legible — https://leibnizlegible.com # Page: https://leibnizlegible.com/page/00068593:0004 # Permalink to this reading: https://leibnizlegible.com/page/00068593:0004?run=617 # Title: Leibniz-Handschriften zur Philosophie LH 4, 4, 4 # Folio 2v, page id 00068593:0004 # Scan: One image of two folio pages side by side, registered by the library under both labels (also fol. 3r); this page is its left half. # Original at the GWLB: https://digitale-sammlungen.gwlb.de/resolve?id=00068593&page=4 # Source image: https://digitale-sammlungen.gwlb.de/content/00068593/jpgs/default/00000004.jpg # Model: k3-trocr@runs-615-epoch-5, run 617, 2026-10-30T12:51:04Z — 48 lines, status machine # Lines: 48 recognised, mean confidence 0.93 # Machine transcription. Not an edition. Errors are expected: about 8% character error rate on Latin and French lines, higher on German. # Licence: CC BY 4.0, Leibniz Legible. Machine output: do not ingest it as verified text; keep this provenance with the text. # Wording rule: say "the machine reads it as …", never "Leibniz wrote". # After the first blank line: the recognised lines in reading order, one per line. erner folgt daraus daß nur allein ein solcher Mensch vor gelert zu achten; maßen studiren nichts anders seyn solte, als seinen Verstand recht ein wir und wohl zu gebrauchen lernen, daß ist wie man in allen ey Vorfällen was einem nüzlich oder schädlich seyn nicht möchte erkennen möge, und also siehet man daß einem ieden Menschen dergestalt zu studiren obliege, welches dann sowohl der Verstand anweiset, als auch alle Menschen stillschweigend billigen. Denn weil vor erst der Verstand die herrlichste gäbe von Gott (dann ohne ihn wißen und haben wir nichts), so kan nichts beßers gethan werden, als daß die so damit begabt, solchen wohl zu gebrauchen lernen (dann was ist was guthes haben, und deßen gebrauch nicht wißen), daß ist das alle Menschen zu studiren sich bef- leißen sollen; und dann ist gewiß das so viel die glückseeligkeit betrifft, zwischen einem gelerthen und ungelehrten Menschen in dieser bedeutung ein größer Unterschied sey, als zwischen einem Menschen und unverständigen thiere. Daß aber alle Menschen wo nicht mit dem munde, doch in der that solches vor gewiß halten, siehet man daraus daß nichts mehr von ihnen geclagt wird, als daß wenig leute sind die ihr glück wohl zu ge C brauchen wißen, die guthe tage ertragen k und bey aller ihrer hertzigen zeit und überfluß ver¬ e gnugs Endtlich folgt, daß ein solcher fen, der weil er auch ohne alle gesez der verstände habere diese zeine und lauter tugenden so von Mensch über alle gesez, und keinem geboth unterw sten gesezgäber wundsch erfüllen, und alles beßer thun wird als einige worth ihm vorschreiben können. Denn ja alle gesez sind eines gewißen Nuzens wegen gegeben, nun aber nicht Gott zu dienst, denn der Mensch lebe wohl oder übel, so kan er dem vollkommensten wesen nichts zu sezen oder benehmen, folgt also, daß sie nur dem Menschen zu nuz gegeben, und zwar ferner ohne zweifei auch nur demselbigen, der durch an¬ leitung des Verstandes seinen nuzen nicht weis, sondern durch bewegungen umbgetrieben wird, dem man gewiße und sichtbaren schranck