# Leibniz Legible — https://leibnizlegible.com # Page: https://leibnizlegible.com/page/00068593:0015 # Permalink to this reading: https://leibnizlegible.com/page/00068593:0015?run=617 # Title: Leibniz-Handschriften zur Philosophie LH 4, 4, 4 # Folio 8r, page id 00068593:0015 # Scan: One image of two folio pages side by side, registered by the library under both labels (also fol. 9v); this page is its right half. # Original at the GWLB: https://digitale-sammlungen.gwlb.de/resolve?id=00068593&page=15 # Source image: https://digitale-sammlungen.gwlb.de/content/00068593/jpgs/default/00000015.jpg # Model: k3-trocr@runs-615-epoch-5, run 617, 2026-10-30T12:51:04Z — 45 lines, status machine # Lines: 45 recognised, mean confidence 0.95 # Machine transcription. Not an edition. Errors are expected: about 8% character error rate on Latin and French lines, higher on German. # Licence: CC BY 4.0, Leibniz Legible. Machine output: do not ingest it as verified text; keep this provenance with the text. # Wording rule: say "the machine reads it as …", never "Leibniz wrote". # After the first blank line: the recognised lines in reading order, one per line. Weißheit ist nichts anders als die wißenschafft der Glück seeligkeit, so uns nehmlich zur glückseeligkeit zu gelangen lehret Die Gluckseeligkeit ist der Standt einer beständigen Freude. Werglückseelich ist, empfindet zwar seine freude nicht alle augenblüke, denn er ruhet bisweilen, vom nachdencken, wendet auch gemeiniglich seine gedancken auf anständige geschäffte, Es ist aber gnug, das er in stand ist die fremde zu empfinden, so offt er daran dencken will, und daß in zwischen darauß eine freudigkeit in seinem thun uns wesen entstehet. an Die gegenwärtige Freude macht nicht glücklich, wenn kein Bestand dabey; und ist viel mehr der jenige unglückseelig, der umb kurtzer freude willen in lange traurigkeit derfället Die Freude ist eine Lust so die Seele an ihr selbsten empfindet. Die Last ist der empfindung einer Vollkommenheit oder Vortreflichkeit, es sey an uns, oder an etwas anders; dem n Pappen und wohlmehrung anbieten auch fremder dinge angenehm; und sonderlich Als Verstand, tapferkeit, und auch ohnheit eines andern Menschen, auch wohl eines thieres, ja gar eines Leblichen geschöpfes, gemählt des, oderkunstwercks Wenn das Bild solcher frembden Vollkommenheit im uns eingedrucken nimbt daß auch etwas davon in unß selbst gepflantzet und erwecket, wirdt; wie dann kein Zweifel, daß wer viel mit treflichen Leüten und Sachen umbgehet, auch davon vortreflicher werde. Und obschohn bißweilen fremde Vollkommenheiten v zum exempel mißfallen; alß der Verstandt oder die tapferkeit eines feindes die schöhnheit eines mit-Bühlers, der glantz einer frembden tugend die nun Vergnünkelt, oder beschämet, so geschieht es doch nicht auß der Vollkommenheit an ihr selbsten, sondern wegen des umbständes, dadurch uns ungelegenheit entstehet, süßigkeit einer frembden vollkommenheit durch den war fünigkeit der ersten empfindung der ein öchterkeit des nachdenckens auß gethan und verderbet. Man mercket nicht allezeit, worinn oder zu was für einer vollkommenheit sie in uns dienen der angenehmmen dinge wohl mehr mehr mehr mit ihrer Versprung selbst unterdruckung des gemändigen §. 25. beßehet, und wird die doch schon unsern gemüth, ob schohn nicht von Unserm verstand, empfunden. Man gesaget ins gemein eß ist, ich weiß nicht was so mir ander hoch gefället daß nennet man Sumpathi; aber dadurch der dingen Ursachen forschen, finden den Grund zum öfftern und begreiffen daß etwas darunter stecke, so uns zwar unvermercket, doch wahrhafftig zu statten komt.