# Leibniz Legible — https://leibnizlegible.com # Page: https://leibnizlegible.com/page/00068593:0086 # Permalink to this reading: https://leibnizlegible.com/page/00068593:0086?run=617 # Title: Leibniz-Handschriften zur Philosophie LH 4, 4, 4 # Folio 42v, page id 00068593:0086 # Scan: One image of two folio pages side by side, registered by the library under both labels (also fol. 43r); this page is its left half. # Original at the GWLB: https://digitale-sammlungen.gwlb.de/resolve?id=00068593&page=86 # Source image: https://digitale-sammlungen.gwlb.de/content/00068593/jpgs/default/00000086.jpg # Model: k3-trocr@runs-615-epoch-5, run 617, 2026-10-30T12:51:04Z — 53 lines, status machine # Lines: 53 recognised, mean confidence 0.91 # Machine transcription. Not an edition. Errors are expected: about 8% character error rate on Latin and French lines, higher on German. # Licence: CC BY 4.0, Leibniz Legible. Machine output: do not ingest it as verified text; keep this provenance with the text. # Wording rule: say "the machine reads it as …", never "Leibniz wrote". # After the first blank line: the recognised lines in reading order, one per line. Was sonst die zeitlichen Güther betrifft, so ist gewiß, daß wenn zwey guthe dinge an grad der güthe ein ander gleich, eines aber an zeit und orth weiter ausgestrecket als das andere; als dann solches auch höher zu e schäzen wenn aber eines dauerhaffter, das andere anstellet, anstatt das Bra reflicher, da kan wohl der fall bekommen daß das kürzere dem längern fürzuziehen, Eine stunde darinn man etwas herrliches insgerichtet, ist beßer als viel stunden, man Vergebens zu bracht, also daß auch ein kürzeres leben voll tapferer thaten höher, als ein hundert, daß angefehlet angeldigkeiget angezogen, daß Menschen zu Parien, Und scheinet in schärung der Zeit, halten müße man nicht sowohl auff das continuir als auf das utile tempus sehen, wie die Juristen zu reden pflegen. So sage auch der Poet wohl: Mon est vivere sed valere vita lich d e kan man derowegen nicht schlechter dinge daß ein kurzes guthe mit einem lang weniger übel für böß zu halten. Denn es köndte dieses kurze guthe so groß seyn, und das langwierige übel so klein, daß dennoch das guthe überwege. Demnach eigentlich davon zureden, muß man auff Mathematisch damit verfahren, und sagen, die gantze größe der guthe vertheke et daran bonituris in abtabilen; eyn. Wie also die entstehe daraus, man die guthe in daure führe (excell. ductu bonitatis in durationem) wie bey den Meß- Künstlern die Feld größen (Arco) aus der führung der breiten in die länge Cap Dacta latitudinem in longitudinem.) Welches auch patt hätt, wenn gleich die breite unterr schiedtlich, also daß sie bald steigt, bald fallet darauß aber folgt, daß ein ewiges obschohn kleines übel einen zeitlichen guth, so fast es auch immer seyn möchte vorzuziehen. Wiewohl in der that die ewige übel auch ann auch selbst zu iederzei groß seyn werden. In übrigen incincturen ist gewiß daß alle starcke sinnliche empfindungen schädlich seyn, und mit einer allzustancken flamm einer lange zu vergleichen, die das oel zu früh verzehret, und obschohn solches eigentlich den Cörper angehet, so hat man doch deßen auch zu den Verrichtungen des gemüths von nöthen