# Leibniz Legible — https://leibnizlegible.com # Page: https://leibnizlegible.com/page/00068774:0191 # Permalink to this reading: https://leibnizlegible.com/page/00068774:0191?run=617 # Title: Leibniz-Handschriften zu Deutschland LH 12, 2 # Folio 96r, page id 00068774:0191 # Scan: One image of two folio pages side by side, registered by the library under both labels (also fol. 95v); this page is its right half. # Original at the GWLB: https://digitale-sammlungen.gwlb.de/resolve?id=00068774&page=191 # Source image: https://digitale-sammlungen.gwlb.de/content/00068774/jpgs/default/00000191.jpg # Model: k3-trocr@runs-615-epoch-5, run 617, 2026-10-30T12:51:04Z — 77 lines, status machine # Lines: 77 recognised, mean confidence 0.96 # Machine transcription. Not an edition. Errors are expected: about 8% character error rate on Latin and French lines, higher on German. # Licence: CC BY 4.0, Leibniz Legible. Machine output: do not ingest it as verified text; keep this provenance with the text. # Wording rule: say "the machine reads it as …", never "Leibniz wrote". # After the first blank line: the recognised lines in reading order, one per line. waren ja Schühler zur see, und dennoch haben sie im Sund auch sogar den alten meistern, den Holländern einen guthen fechter streich versezet. ( 22) Wie das inwendige Gouu sowohl regulirt, allen Rebellionen soviel menschlich und müglich (etliche in den gebürgen liegende Winckel ausgenommen) vorgebauet, den gouuerneuren, den Commendanten, den Fürsten des geblüths, den hohen Haüsern alle macht genommen, die Religion soviel als vereiniget, d worten, die von der hand k Pfandsinhaber des Königlichen Einkommen als Blutegeln herab gerißen und ausge- druckt, die einnahmen in die höchste richtigkeit gebracht, allerhand Handlungs- Compagnien aufgerichtet, eigne Academien der Künstler, Schuhlen der Soldaten, Zünffte der Handwergsleüte gestifftet, neüe manufacturen infacturen introducirt, was an ingeniis und Köpf Italien schöhnes, Holland solides, Teütsch chland herzhafftes hat, wovirt, oder sonsten verbunden; davon weis iezo iederman zu singen und zu sagen und zu sagen. Wie Franckreich ohne das den umbliegenden Landen daran überlegen, daß es ihrer, und sie sein- er nicht entbehren können, ist bereits gemeldet. Aus welchen allen folgt, daß Franckreich alle Jahr mehr als ausgebe, dahin wie der Erbenbaüm andere, mit seinem sich ie mehr, und mehr aus breitenden schär thun könte, ein unsägliches erfahrung zusammen, Junge Nun d Franckreich andre zu theilen wird auch in Franckreich nicht ge¬ feyert, in Spanien wird ab mentirt man Portugal gegen Spanien, Ara- gonien gegen Castilien, Don Iean gegen die Königin, die Königin gegen die Grandes, und wiederumb diese gegen jene. Bezieres wird die Kunst so er in Pohlen pr acticirt, hier auch erweisen wollen. Die Spanier habens mehr als ein mahl dahin gebracht, daß die Königinnen in Franckreich guth Spanisch gewesen, und die hat man der Mariae de Medicis 10) weil des damahligen Königs Bruder für- nehmlich schuld geben, vielleicht wollen die Franzosen aniezo in Spanien dergleichen versuchen, und diese Nation vollends ein schläffern, die aniezo ohne das gleichsam er¬ gestaget ist. Denn daß so wohl zu marit als zu Wien ein mehrers und gefähr- liches und zu nennen schändliches tentirt. werden solle, kan keinen verständigen Herrn und ministro zu trauen, der nicht andern den weg bahnen will gegen sich dergleichen zu wagen. aber un beruhigte vnd bezeümte dingen und zu sagen, an geld die andern alle mit ihren eignen waffen zwinge, in die intima per corruptiones penetrire, die besten Köpfe an ziehe, die alte aversion gegen sich ustilge, und endtlich überall mei ster werde. Denn klein die Spanischer hetten nimmermehr in alle Cabinet von Europa die Kopf gestecket wenn sie nicht mit ihren America ischen Matten und Platten an die thüren geklopft, daß also eigne mittel undre zu menagiren, zu ver- wirren und zu theilen das beste be wehrteße instrument seyn.