# Leibniz Legible — https://leibnizlegible.com # Page: https://leibnizlegible.com/page/DE-611-HS-867890:0040 # Permalink to this reading: https://leibnizlegible.com/page/DE-611-HS-867890:0040?run=617 # Title: LBr. 971 · Wagner, G. # Folio 20v, page id DE-611-HS-867890:0040 # Scan: One image of two folio pages side by side, registered by the library under both labels (also fol. 21r); this page is its left half. # Original at the GWLB: https://digitale-sammlungen.gwlb.de/resolve?id=DE-611-HS-867890&page=40 # Source image: https://digitale-sammlungen.gwlb.de/content/DE-611-HS-867890/jpgs/default/00000040.jpg # Model: k3-trocr@runs-615-epoch-5, run 617, 2026-10-30T12:51:04Z — 44 lines, status machine # Lines: 44 recognised, mean confidence 0.93 # Machine transcription. Not an edition. Errors are expected: about 8% character error rate on Latin and French lines, higher on German. # Licence: CC BY 4.0, Leibniz Legible. Machine output: do not ingest it as verified text; keep this provenance with the text. # Wording rule: say "the machine reads it as …", never "Leibniz wrote". # After the first blank line: the recognised lines in reading order, one per line. ein und anders den wiedrigen urtheilen einen schein gegeben, so solte ich fast dafür halten. Mein geehrter Herr würde löblich thun sowohl zu rettung der vermeint verletzten Ehre solcher gelehrten, als auch zu seiner Entbürdung, wenn er ein undt anders erclären und etwa bey dem fort, atz der vermümpfft-übungen, oder sonst offentlich zu vernehmen geben wolte das er nicht die wißenschafften oder arthen der gelehrsamkeit, auch nicht die so denen selben fleißig obliegen undt solche wohlderstehen, weniger den gantzen droten gewißer gelehrten tadeln, am allerwenigsten aber iemandt, schimpffen oder verachten wollen, Ich bekenne an meinen wenigen Orth, das ich in meiner ersten jugendt geneigt gewesen viel zu verwerffen, so der gelehrten weit eingeführet. Aber bey anwachsenden Jahren, undt näherer insicht habe den Nutzen nacher Dinge befunden, die ich zuvor gering geachtet, mithin un mehr gelernet nicht leicht etwas zu verachten, welche Regel ich für beßer undt sicherer halte, alß die so einige Stöische Liebhaber der weißheit und aus ihnen Horatius ß gelehret nichts zu bewundern; wie ich dann in Franckreich und sonsten den so genandten Cartemarzen solches zu ver¬ stehen geben, und sie gewärnet, daß sie durch anzogfung der Schuhlen, weder für sich, noch für die Studien wohl thun, und nur gelehrte Leute gegen neue auch sonst guth-gedancken Beroldern würden. So auch zum theil erfolget, wie des Hochgelehrten H. Bischoffs von Arschocoll Musici auf gantz unverdiente Leusur außweiset, undt habe ich an dem H. Pater Malebranche so sonst mein guther freundt, nicht d billigen können daß er baldt die Critel und untersuchung des Römischen undt Griechischen Alterthumbs, baldt die Lesung der Rabünischen undt Arabischen bücher bald den fleiß der Sternseher, baldt sonst etwaß durchziehen will, da doch alle dieße dinge ihren Nutzen haben, undt guth das Leüte seyn er söch anfrischen bst machen. Undt nicht durch Verachtung von der vor das gemeine wesen offt ohn belohnung unternommen großen arbeit abschicken muß. Zweiffle auch recht, daß M. G. H. hierinn mit mir guthen theils einig seyn werde, inmaßen er sich wegen der orientalischen Sprächen, der Sterckunst und anderen gantz wohl erkläret.