Leibniz-Handschriften zur Theologie LH 1, 9, fol. 35v
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- 64)
- Gottes Gnade angekündiget werde.
- Ist
- nun die Gesetz-Predigt fruchtloß abgan¬
- gen, so kan freylich wohl einem solchen
- Unbebehrten, so lang er in solchem Stand
- bleibet, das Evangelium keinesweges zu
- geeignet werden; ist auch Gottes meinung
- nie gewesen, daß diese köstliche Perlen
- 16
- für solche Säwe solten geworffen werden;
- wie allerseits für bekandt angenommen
- wird.
- Findet sichs aber
- daß das gepredigte Gesetz einige Wir¬
- kung gehabt, daß des Sünders Hertz da¬
- durch erweichet und zuschlagen, daß er
- durch Erkändtnüs seines Sünden-elendes
- und Göttlicher Gerechtigkeit zerkmischet
- worden, daß er beginnet zu hungern
- und zu dürsten nach der Gerechtigkeit
- Gottes; dann ists zeit ihm die Evangelische
- et
- Trost-Sprüche fürzuhalten: Seelig sind die
- da hingert und dürstet nach der
- gerechtigkeit, denn sie sollen gesätiget
- werden: Ich bin kommen die Sünder zur
- buße zu ruffen, und nicht die Gerechten etc. etc.
- Spricht jemand, gleichwohl schw
- die Stiefe, sich seine Lezog thiere lehrer solche Per
- hören zu lassen. Wa
- söhnen von der Gnaden-wahl viel
- weil sie sich befürchten müssen, daß dadurch
- die Leüte in zweiffel und Verzwiffelung möchten
- ge
- dem so genandten
- Particularismo zugethane
Cite
Leibniz-Handschriften zur Theologie LH 1, 9, fol. 35v. Machine transcription, not an edition: Leibniz Legible (model k3-trocr@runs-615-epoch-5, run 617). https://leibnizlegible.com/page/00068367:0070?run=617