Leibniz-Handschriften zur Theologie LH 1, 6, 7, fol. 1v
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- en bedencket, die in glaubens sachen von
- einander unterschieden sich unter uns finden,
- und wie schwach ein iedes theil insonderheit
- ist, gerechnet gegen die anderen alle zusammen,
- wird gewißlich glauben daß diese
- meinung dem gemeinem besten
- afern nun gemein
- gemäß sey. Von eine müglich gründliche erstliche betrachtung
- des gegenwärtigen zustandes dieses Königreichs
- à
- g
- der bey den iedem zur gnüge ins
- herz dringen und ihn dahin arbeiten machen köndte
- daß die wahre gewißensfreyheit befördert
- würde, dürffte ich noch hoffen glückseelige
- tage in England zu erleben. Vero nicht, und da man das gegentheil thun wird,
- so darff ich sagen, ohne mich für einen
- propheten außzugeben, wie
- y sich sich allerdings auch anstalt seyn, sich allerdings a
- ß das ende davon seyn werde
- ein allgemeines unglück, eine entblößung
- unsers armen Englandes an Kräfften
- und manschafft, und die gefahr einer
- fremden dienstbarkeit.
- Nichts ist daß den Menschen mehr
- mißvergnügen bringet, als wenn sie sich
- in ihrer hofnung betrogen finden, sonderlich
- n; in einer materi dabey, daran ihnen viel gelegen
- sehr betreffenden. Daher diese unfehlbaren
- beweiß in glaubenssachen versprechen und
- in
- en
- ein bey der außübung stecken, biß
- leser unandächtiger als er gewesen, und legen
- in deßen gemüth mit allen ihren fleiß einen grund zum unglaub
- i. Denn die menschen
- insgemein sind entweder auß nachlaßigkeit
- oder weil sie ihrem verstand in etwas dunckeln dingen nicht
- trauen, mehr geneigt etwas auf
- ander worth zu glauben, als sich mit einer
- genauen untersuchung zu plagen; wenn
- sie sich aber zu solcher untersuchung einmahl d
- urch einen der ihnen unfehlbare
- beweiß verspricht, verleiten laßen, und
- finden solchen nicht in der that,
- schnellendis so schließen
- icht allein, daß dieser sie betrogen, s
- ondern fangen an auch die jenigen
- vor verdächtig zu halten, die dergleichen
- zu erst auf die bahn gebracht, ohne daß
- es bewiesen werden könne, und schließen
- wohl gar zu lezt, daß was nicht ka
- alleicht
- bewießen werden, viell
- mochte.
- en beweiß.
Cite
Leibniz-Handschriften zur Theologie LH 1, 6, 7, fol. 1v. Machine transcription, not an edition: Leibniz Legible (model k3-trocr@runs-615-epoch-5, run 617). https://leibnizlegible.com/page/00068342:0002?run=617