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Leibniz-Handschriften zur Theologie LH 1, 12, 2, fol. 92r

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  1. Es besteht die vorgenommene Hand,
  2. lung vom Geistlichen Religions-Frieden, darein
  3. daß man bey der ehemaligen Zusammenkunfft
  4. beyderseits die Streitigkeiten ingewiße See
  5. Wöptlich andere aber hingegen
  6. ten vertheilet, sonderlich aber etliche für rechter und vorschlägen, fürte
  7. gehalten, auch für eine jede art zulängliche Tri
  8. densmittel in fürschlag bracht. Dabey man
  9. sonderlich dießseits keine geringe arbeit gethan,
  10. die worthstreite, durch eine deutliche und aller
  11. seits annehmliche erklärung zu heben auch einige
  12. Proben überschicket, davon das übrige bey an¬
  13. wachsender Hoffnung zu seiner zeit folgen
  14. wird.
  15. dem man aber gleichwohl ohne ver¬
  16. letzung und unverantwortliche Verhelung der
  17. der warheit nicht in Abrede seyn kan, daß
  18. eingemerckliche Streitigkeiten vorhanden,
  19. so durch die bloße außlegung der redensarten kei
  20. nes weges zu entscheiden; mit hin gewiß, daß wo
  21. fern man darinn sich nicht auff eine gnugsähme
  22. leidliche weise heraus laßen könte, sondern ein
  23. ander verdammen wolte und müste, alle übrige
  24. Arbeit vergebens; So ist man bey gedachter zusammen
  25. menkunfft, nach fleißiger Überlegung und unter
  26. scheinung zwischen den mißbrauchen und der Lehr
  27. selbst, dann zwischen denen bloßen Privat-mei
  28. müngen und den symbolischen Lehren; auch endlich
  29. zwischen der eigentlichen Lehr und denen auff
  30. gelegten aber nicht gestandenen Folgereyen,
  31. darinn einig worden: Daß auff maß und
  32. weise, wie sich damahls beyde theill erkläret,
  33. die irrthüme, deren eine Parthey die andere
  34. annoch beschüldiget, nicht verdamlich, und wieder
  35. die Fridentinische noch augs Bürgische Verdameun
  36. gen, damit jeder theill den Wiedersart zu
  37. belegen vermeint gehabt, dießfals statt
  38. finden können.
  39. Weilen nun nicht zu begehren, daß ein
  40. theill wieder sein gewißen zu dem andern mit
  41. wiederruffung seines glaubens trete, auch gestal
  42. ten Sachen noch nicht zu hoffen, daß ein theill den
  43. andern mit disputiren, zuemahl in allen solchen
  44. Puncten so wahrhafftig annoch streitig seyn, über
  45. winde und gemeine, die Gewalt aber noch weniger
  46. zulänglich, auch zweiffelhafften außgangs
  47. befunden worden, und auch der Christi. Saufft
  48. nicht nicht gemäß; gleichwoll inzwischen

Cite

Leibniz-Handschriften zur Theologie LH 1, 12, 2, fol. 92r. Machine transcription, not an edition: Leibniz Legible (model k3-trocr@runs-615-epoch-5, run 617). https://leibnizlegible.com/page/00068371:0165?run=617