Leibniz-Handschriften zur Politik und Volkswirtschaft LH 34, fol. 82v
Machine transcription. Not an edition. Errors are expected: about 8% character error rate on Latin and French lines, higher on German. Mean line confidence on this page: 0.93.
Original at the GWLB · Page image · Annotations (IIIF) · Download text
The machine reads it as
- Hingegen wo ein untertha¬ durch seinen fleiß und
- geschwindigkeit ein mehres mit der
- wehre gewinnen kan, als der preiß
- mit sich bringen würde, darumb er die obrigkeit
- anzunehmen guth findet, so ist rathsamer
- daß die obrigkeit geld dafür von ihme nehme
- ine gleiche bewandtnüßen hat es mit den diensten,
- Denn wenn man sie also murichten kan, daß sie zu
- der zeit begehret werden, da der unterthan mit
- seinen Pferden oder handen nichts sonst so nüzliches
- zu thun weis, so sind sie ihm mehr nuz- als
- schädlich wo er aber darüber das seinige
- versäumen, oder doch zur unzeit verrahten muß,
- so gereichen sie der obrigkeit selbst zu schaden,
- und wo man deren umbgang haben kan, soll man
- alsdann zu gelde anschlagen. Wie nun
- zuzeiten, wie dann er gewißen orthen die leüte s
- mit einbringung ihrer fracht, und anderen feldgeschäfften,
- kaum fertig werden können, und sich noch fremder
- angelöhner, die aus benachbarten nicht so fruch Kühnern orthen
- kommen, bedienen,
- als in obersachsen der wendischen bauern)
- edienen, wie wohl offt eine faulheit mit unterlauffen
- bey den Spanierischen Herrn zu denen aus dem benachbarten
- Franckreich alle jahre über das gebürge
- lage lohner hinüber spazoeren, und mit viel verdienten
- elde wieder zurückkommen.
- Sonderlich aber wäre eine solche Anlage
- die in natura bazustatten
- alsdann zu rathen, wenn man dadurch die leüte
- zugleich zu fleiß aufmuntern
- köndte, und zu wege brächte, daß sie die sonst
- müßigen stunden, so sie mit Müllenzen spielen,
- sarchen, sich auff 6 thl. Graffen und auf andere unmerzliche
- werde zu bringen wohl anlegen müsten. Und
- weil der Bauer in Winterszeit viel
- jubrige zeit hat, so wäre er durchgehends, mann und
- fragen und kinder und gesunde,
- Knecht und magd zum spinnen, schicken
- und dergleichen müglich anzuhalten,
- welches durch kein gebeth, wohl aber durch die
- nordarff selbst geschehen köndte, wenn ein theil
- der contribution in natura an trage linftium, einander
- abzustatten ihm erlaubet, oder gar aufgeleget
- würde. Denn dieß ist fast die einzige so
- manufactur so dem Bauersmann
- anständig, und von iederman verrichtet werden
- Wan, denn was ist leichter als Spinnen
- är welches von denen so deßen gewohnet gleichsam
- ohnvermerckt verricht, geschicht
- ch so können. Wo bey dem einige Vortheil
- anzuweisen, denn auch bey
- Überdieß ist sowohl Segeltung, Chur-Conradt
- currente wahre, und
- so guth als braares geld, wird auch nicht
- tiren und seine
- leicht überhaüffet, zumahlen da man es
- unter gemeinen Leüten beßer im gebrauch erhalten
- und auß allerhand numehrliche weise mischen, bilden, und
- faisonniren, wenn auch nach Spanien und
- uern wirrung Ländern solches zu versenden,
- sich mehr als befehr betrifft bemühen wolte.
- Denn in der that würde
- die obrigkeit so wohl als da
- land umbsoviel reicher und
- ist mir gleichwie
- nicht genug, daß man ein groß aber einm
- lands hatte, offt ein kleine
- garn oder
- aber volckreiches Land
- mächtiger als ein großes r
- unbewohntes König
- also ist offt ein Herrn
- der weniger aber nähr
- hafftere unterthanen hab
- reicher, als der so mehr
- fallenzer duldet
- Hanfin Seil
- sonderlich
- n, zumahl in Sommerszeit
- ein Teütschland geschehen.
Cite
Leibniz-Handschriften zur Politik und Volkswirtschaft LH 34, fol. 82v. Machine transcription, not an edition: Leibniz Legible (model k3-trocr@runs-615-epoch-5, run 617). https://leibnizlegible.com/page/00068823:0150?run=617