Leibniz-Handschriften zur Theologie LH 1, 6, 7, fol. 2v
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- derselbigen
- ind wir offt eben soviel furcht und ehre
- schuldig, als ob sie uns aus nichts geschaffen hätte,
- doch weil diese frage nicht so gar zu üb
- übergehen anders anhero der vornehmste ein würfft gegen
- die Erschaffung der welt, bestehet darinn
- daß niemand begreiffen kan, wie auß nichts
- etwas werden könne. Darauf ich antworte
- erstlich, daß solche weise etwas zu wiederlegen
- nicht hoch zu schäzen sey, daß man nehmlich
- sagen will, etwas könne nicht sein, weil
- wir es uns nicht können einbilden, da doch
- eben so wenig zu begreiffen wie die welt
- könne ewig seyn, als wie sie könne auß
- nichts entstehen. Folgends so düncket mich
- das erste eine sache nicht
- länger bestehe, als sie unverändert bleibet,
- denn so bald sie auch in dem geringsten
- theile geändert wird, so ist das ding, als es
- zuvor gewesen, nicht mehr in der natur,
- drittens daß ieder theil der welt darinn
- e
- Wir leben sich alle augenblick verändert
- darauß folget, daß die ganze welt auch verändert
- wird, wenigstens in diesem theile, weil sie ja
- aus allen stücken bestehet, und kan man
- dahehr nicht sagen, daß diese welt viele jahre
- gestanden, sondern nur, daß alle ding in der welt
- von vielen jahren hehr sich geändert
- die
- Diesem zu entgehn werden die so der welt
- ewigkeit behaupten, gezwungen zu sagen,
- daß nur die Materi, nicht aber die Zufälligkeiten oder Accidentien
- geändert werden, allein sie selbst lachen, die
- Römisch-gesinneten auß, wenn sie
- vorgeben, daß in ihrer
- das wesen
- Verwandelung, sich ständige lezige
- des Brodts aufhöhre, und nur
- die Zufälligkeiten bleiben; da doch eins
- ungereimt ist als das andere, sagen,
- daß die materi bleibe
- wenn ihre Zufalligkeiten sich ändern, als
- daß die Zufälligkeiten bleiben, wenn die
- materi oder substanz sich ändert. Und
- sind jene desto weniger zu entschuldigen
- weil sie alles kühnlich der Natur zu schreiben,
- Da hingegen die Römischen gestehen, daß ihre
- meinung ein geheimnüß sey. Und
- damit man die schwachheit dieser ihrer
- meinung beßer sehe, so läßet uns
- ein wenig untersuchen was ein accidens
- oder eine Zufälligkeit eigentlich
- sagen wolle. Ein Accident ist ja nicht
- ein absonderliches wesen, so von
- dem Cörper oder der materi
- als habe einige
- meine gedancken
- er
- darüber beybringen
- wollen
- F ihr ver
- vorgeben, nicht
- umb ein hahr
- beßer, und
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Leibniz-Handschriften zur Theologie LH 1, 6, 7, fol. 2v. Machine transcription, not an edition: Leibniz Legible (model k3-trocr@runs-615-epoch-5, run 617). https://leibnizlegible.com/page/00068342:0004?run=617