Leibniz-Handschriften zur Theologie LH 1, 9, fol. 118r
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- dem Heiligen Augustino dafürhalten
- Deum non permittere malum, nisi majus bonum
- soceret de malo. Mit der gerechtigkeit Gottes
- welche in der compensation des guthen und bösen
- gegen andere eigentlich beruhet, hat es eben
- mäßige bewandniß, daß sie mit der weißheit
- und mit der güthe gottes sich verstehen müße.
- Hier entstehet nun die frage de jure
- 16, von dem Recht Gottes, ob nehmlich Gott,
- leichwie die höchste und auf allerweiteste sich
- außstreckende Macht, also auch das höchste
- weitschweiffigste recht habe, also daß ihm
- alles recht seyn könne, was ihm müglich ist,
- wenn ers nur thun wolte; so gar daß er d
- mit recht auch unschuldige ins ewige verderben
- stürzen könne.
- diese Lehre, welche man Thomas Brad-
- wardino Petro de alliaco und andern Scholasticis
- zuschreibet, wird von den unserigen getadelt
- an Bezo, in obgedachter seiner antwort auff
- die Acta des Manpelgartischen Colloqvii,
- an Janckio, pistore, witackero, Maccovio,
- und andern Reformirten welche sich deren
- bedienet umb beßer zu zeigen, daß Gott
- denen jenigen, die er zu gefäßen des Zorns
- und der schmach geschaffen, kein unrecht ge-
- than, denn wie kan der jenige unrecht thun,
- der das höchste recht hat alles zu thun, was er
- Moses Amyval duß in defensione doctrinae
- mir will.
- calvin meinet diese im ersten anblick
- sehr hart scheinende Lehre damit zu miltern
- daß er behauptet, es hätten angelegte
- Autores durch soll es all-recht gottes
- nichts anders verstanden als, wie er redet,
- illam in deo interexeozitii, per quam est
- voyvnsv. dvos. Und heiße auff diese maaße
- Recht so viel als was nicht strafbar, was
- einem gesez eines Oberherrn oder Ober
- richters der es abenden, straffen oder rächen
- könne zu wieder laufft. Auff die maße
- köndte man freylich sagen, alles sey Gott
- recht gegen andere, hingegen andere und
- der Mensch insonderheit habe kein recht
- gegen Gott. Es habe Gott nicht nur das
- höchste und vollkommenste, sondern auch
- das Universuleste recht über alles, er
- könne ohne beleidigung der gerechtigkeit
- e
- ans
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Leibniz-Handschriften zur Theologie LH 1, 9, fol. 118r. Machine transcription, not an edition: Leibniz Legible (model k3-trocr@runs-615-epoch-5, run 617). https://leibnizlegible.com/page/00068367:0235?run=617