Leibniz-Handschriften zur Theologie LH 1, 9, fol. 119r
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- auch
- eil aber auch abzug auß dem liecht der
- Natur gewiß, daß bey Gott nicht allein
- die höchste Macht, sondern auch die höchste güthe
- e
- und höchste weißheit ist, so folge darauß, daß
- bey Gott das höchste und beste recht, auch die
- vollkommenste gerechtigkeit seyn müße,
- also und dergestalt, daß niemand über gott
- zu clagen die geringste wahre Ursach haben,
- könne, sondern alle Unsere klagen aus bloßer
- unwißenheit und unverstand hehrrühren
- müßen, in dem wir das Catos des schwigen
- Raths nicht ergründen vor
- noch in die Verborgene treffe der beweglichen
- Ursachen, so die göttliche Allwißenheit gehabt
- hinein schauen können, da wir sonst sehen
- und erfahren würden, daß der Herr alles
- wohl gemacht habe.
- Daher es denn auch komt, daß wenn
- die Heilige Schrifft denen Menschen, die sich gleich
- sam mit Gott in rechtfertigung einzulassen
- unterstanden ihren Unfug vor augen stellen
- wollen; nicht allein Gottes höchste macht
- sondern auch seine tiefste Weißheit, und unauß
- sprechliche güthe angeführet, wie auß der Histori
- vom Hieb, und beym paulo zu sehen.
- ie sagt auch anderswo: Herr Wie
- ind deme wercke so groß (phalm. 104, 24)
- du hast sie alle weißlich geordnet, und
- die Erde ist voll dem er guthe. Und jere
- v. 12. Gott hat die Erde durch seine kräffte
- gemacht, und dan Welt weiß bereitet durch
- keine Weißheit, und den Himmel außgebreitet
- durch seinen Verstand
- Sine gleiche Bewandniß
- e
- hat es mit dem Willen Gottes
- ob nehmlich der Wille Gottes eigentlich das
- Recht mache, und ob etwas deshalber allein guth
- und recht sey, weil es gott will, oder ob er Gott
- deshalben wolle, weil es an sich guth und recht ist
- Die erste meynung wird Polano Troisse Rhe
- tor forti, Maccovio, Grydivo, etc. von den
- unsrigen beygemeßen
- e
- a
- einige absonderlich Cartesianer bekandter
- ach D
- maßen so weit gangen, daß sie gelehret 3 wey-
- mahl zwey mache vier, und dreymahl drey
- mache Neün, umb keiner andern ursach, als
- weil es gott biswir wollen aber hoffen,
- weil Poetius und Smyralaeus diese Meynung
- wiederleget, es werden die heütigen Reform
- mirten mit Polano und als notorium, etlichen philosophisch
- hierinn nicht einig seyn. Denn auff die maße
- 2
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Cite
Leibniz-Handschriften zur Theologie LH 1, 9, fol. 119r. Machine transcription, not an edition: Leibniz Legible (model k3-trocr@runs-615-epoch-5, run 617). https://leibnizlegible.com/page/00068367:0237?run=617