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Leibniz-Handschriften zur Theologie LH 1, 9, fol. 122v

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  1. Mittel einen weg gebahret, zu der dispen¬
  2. sation seines heiligen und verborgenen Willens,
  3. raft deßen einige seiner creaturen stehen
  4. und im stand der gnaden verwarten, andere
  5. fallen, und wieder aufstehen die übrige fallen
  6. und nicht wieder aufstehen, sondern in der V
  7. damitß bleiben müßen. Zeiget aber nicht.
  8. an, worumb durch diese denen creatureen hohne
  9. mitler, unerträgliche krafft des
  10. Verzehrenden
  11. wesens Gottes, dafür das unvollkommene
  12. nicht bestehen kan, sondern verrichtiget werden.
  13. muß, die jenigen so der mittle weder
  14. erhalten, noch wieder aufgerichtet, nicht beßer
  15. in ihrem nichts ohngeschafften verblieben, oder
  16. wenigstens wieder hernach zu nichts gemacht
  17. warten, als daß soviel creaturen geschäffen
  18. worden, und bey der Existenz ewig bleiben
  19. sollen, ohngeacht gott vorher gesehen, daß
  20. es mich ihnen so übel außschlagen würde,
  21. Wolte man auff die Catalogusurgischen ges
  22. Gott habe sie erschaffen, und erhalte Sie bloß
  23. umb die glori seiner gerechtigkeit an ihrem
  24. ewigen elend und verdamniß zu erweisen,
  25. was würde das endtlich anders seyn, als sagen
  26. er habe seine Lust und freude an dem todt und
  27. verderben des Sünders; gleich als wie bey
  28. menschlichen verderbten natur es bisweilen
  29. außet: Est vindicta bonum vita jucundius
  30. ipsa. Die Lust an unglück ist ein gewißes
  31. leichen nicht nur von vollkommenheit, sondern
  32. auch von bosheit. Wie kan sich denn beÿ Gott
  33. ßen haben. Wan wolte dann wie obgedacht,
  34. seinen wahre gerechtigkeit auf weißheit und
  35. güthe gegründet, aufheben, und dafür ein
  36. chwanfft; sic voto sic jubeo, stat pro ra
  37. tione voluntas einführen. Welches freylich
  38. Lehren so nicht geduldet werden können. Es ist
  39. vielmehr gewiß, daß ein ieder weiser und güthiger
  40. dahin trachtet, wie er die bösen that
  41. müglichst vergüte, damit er der straffen so viel
  42. immer dienlich überhoben sey. Tui pia sunt
  43. princini multa simplicia, ut medico multa
  44. junera. Weil nun gottes weißheit und
  45. güthe über alles, so ist ohnmäglich, daß
  46. er aus oberwehnten absehen, nehmlich zur
  47. sünde, oder wenigstens zur Straffe die Menschen
  48. schaffen könne, und muß es der obalben eine
  49. ganz andere bewandniß damit haben
  50. Muß man also mit Luthero alhier
  51. ndtlich zu dem Deo absendito seine Zuflucht
  52. nehmen, und dafür halten, die zu laßung der
  53. Sünde, und darauf gesetzter Straffe, habe
  54. in der höchsten weißheit und güthe Gottes
  55. selbst ihre
  56. e
  57. e
  58. r
  59. e
  60. d

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Leibniz-Handschriften zur Theologie LH 1, 9, fol. 122v. Machine transcription, not an edition: Leibniz Legible (model k3-trocr@runs-615-epoch-5, run 617). https://leibnizlegible.com/page/00068367:0244?run=617