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Leibniz-Handschriften zur Theologie LH 1, 9, fol. 123r

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  1. selbst
  2. h
  3. Gr. W. Wehre zwar tief verborgene, doch herrliche
  4. rsuchen, gereichend zu einem höhern überschwenck
  5. lichen guth. Und weil demnach alles andere
  6. entweder Gott ohn anständig, oder an sich
  7. unzulänglich, ist nichts beßers als ein Voll-
  8. kommenes vertrauen zu der Göttlichen weißheit
  9. güthe und gerechtigkeit haben, und in übrigen
  10. unsere unwißenheit erkennen Krafft.
  11. solches vertrauens, können wir, nachdem wir
  12. Uns mügligst gehütet die göttliche gnade nicht
  13. von uns zu stoßen, da wir gefehlet die
  14. d
  15. wiederkohren zur gnaden thür muthwillig nicht
  16. vor säumen; es sicher auff die gerechte Reitz güthe,
  17. und weißheit Gottes ankommen laßen, der
  18. vermöge solcher gerechtigkeit niemand ohn recht
  19. zu thun, der auch die geringste rechtschaffene ursach
  20. send
  21. zur clage, zu geben verman, und vermöch
  22. seiner unendtlichen weißheit alles Zweifels ohne
  23. aufs beste und also geordnet, wie es zu erhaltung
  24. seiner uns unbotaudencken untadlichen pauver
  25. besterlichen Endt Ursachen, diensam ja nothig
  26. befunden haben wird.
  27. Und wegen Unserer Unbebißenheit
  28. haben wirdenn ich ursach mit Ämseren
  29. gedancken, will zustehen des heiligen Apostels
  30. tauli großes paradoxum, Gott habe alles beschloßen
  31. unter dem Unglauben, damit er sich aller erbarmt
  32. in geziemender gelaßenheit zu erwegen,
  33. und darauff mit ihm außzuruffen
  34. welch eine tieffen des Reichthums, beyde
  35. der Weißheit und Erkentniß Gottes. Wie gar
  36. unbegreiflich, sind seine gerichte und uner
  37. lich seine wege. Denn wer hat des Herrn
  38. sinn erkandt, oder wer ist seyn rath geben
  39. gewesen, oder wer hat ihm etwas zuvor geben, d
  40. daß ihm werde wieder vergolten? Denn von
  41. ihm und durch Ihn, und in ihm sind alle dinge
  42. ihm sey Ehre in Ewigkeit. Röm. XI. 33. 34. 35.
  43. Nachdem nun die Reformirten
  44. a
  45. dem dardrechtischen Synodo dergleichen
  46. arten, deum vesso lijcken nicht nicht so
  47. malum intellige culpe fahren gelaßen; so wir
  48. hnen iedoch annoch bey gemeßen, als lehreten
  49. Sie: Deum velle malum postime sine respectu ad
  50. malum culpae. Gott wolle etliche Menschen straffen
  51. um etwas verdammen, ehe einige ihre Sünde
  52. betrachten kommen, und also ohne absehen
  53. ob sie sündigen würden oder nicht. Welches
  54. abermahl mit gottes gerechtigkeit guthe und
  55. Barmherzeit keines, weges bestehen kan.
  56. supra
  57. ein
  58. Es gehet aber solches eigentlich dingen
  59. Saplarios an (von denen be
  60. mehrers) und zwar wie sonderheit die jenigen
  61. 23

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Leibniz-Handschriften zur Theologie LH 1, 9, fol. 123r. Machine transcription, not an edition: Leibniz Legible (model k3-trocr@runs-615-epoch-5, run 617). https://leibnizlegible.com/page/00068367:0245?run=617