Leibniz-Handschriften zur Theologie LH 1, 9, fol. 126r
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- also die
- hro scheinet die allhaltliche Controvers
- auß unterschiedlicher bedeütung des worthes,
- wille hehrzuzühren. Denn nimt man den
- willen, für eine vernünfftige Neigung
- dieses oder jenes zu thun, die so starck, daß
- eyn die macht verhanden, die that ohnfehlbar folgen müße. Alß daß man etwas will ausgricht
- e
- a
- aut onte facta, in sive aida facta facta (auto facta qualitera vel
- auff diese art, und nach dieser bedeütung
- des worthes wird gern gestanden, daß Gott
- nichts wolle, als was würcklich geschicht; und
- man kan auch zu geben, daß auf solche weise
- nicht gesaget werden könne, daß alle Menschen
- heiligen seyn sollen, und daß die Sünde unter-
- bleibe. Denn wenn er das erste auf die maße
- wolte würde es ohnfehlbar geschehen, und wen
- er das andere auf die maßvölte würde es
- ohnfehlbar unterbleiben. (2)
- Allein die Heilige Schrifft, und die Menschen
- selbst in gemeine redens-gebrauch nehmen
- das worth willen auch vor eine verständige
- Neigung worauß die that folget, wenn seine
- hinderniß vorhanden, der wille der
- gestalt genommen hat seine Stuffen, nach
- gelegenheit der Neigung, der Händerniße,
- des Verstandes, iede auch die allerhöchste und
- senuera. Die Frauen: Tonneraineste obrigkeit, will und gebent des
- guthe, das böse verbeut sie, und dringet, oder
- mit ihrem willen, wenn sie gleich sagt, daran
- eschicht unser all und wohlgefallen;
- ft; sondern dann auch daran sie nicht allezeit durch, darin doch e
- die sach zu Zeiten wohl zwingen,
- köndte. Denn sie wendet ihre ganze macht nicht
- allemahl an, und zwar wegen ander wichtig
- ersuchen, die ihre weißheit an hand gibt
- wenn sie nehmlich siehet, daß ein größer
- guth entspringen, oder ein großeres
- bel abgeleinet werden könne.
- Auff diese leztere weise will, auch
- ott daß alle Menschen beilig sagen,
- Er will daß alle Menschen füchter sünde
- enthalten sollen. Er will es aber nicht
- tout pripl oder mit solchem trieb, daß er
- seine höchste macht brauche, der Menschlichen
- Freyheit gewalt an thue, oder sonst die
- aufs weihlichste gemachte Ordnung und Seriem
- erum turbire. Also will manches
- mahl ein großer Herr und Regent etwas,
- findet aber aus erheblichen Ursachen, daß
- es seiner Regirung zuträglicher und au
- ständiger sey, hierunter nach allen
- seinem vermögen nicht zu verfahren,
- sondern vielmehr auf gewiße Maße
- zuzusehen, und die unterlaßung deßen
- so er gewolt zu gestatten.
- durch die zulaßung
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