Leibniz-Handschriften zur Theologie LH 1, 9, fol. 133r
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- sey, daß sie die härtigkeit des Herzens in omni
- ctu, aller wiedrigen umbstände und aller wiederl
- seeligkeit ohngeachtet überwinde, und die wahre
- bekehrung zu würcken nicht nur vermöge, sondern auch
- in der that selbst allemahl, und zwar einzig und
- allein würcke; also daß ohne einen solchen Grad
- der Gnade sich niemahls eine wahre bekehrung
- würcklich finde: darinn können wir mit denen
- Reformirten thommisten und Jansenisten, die ein
- solches Lehren nicht einig seyn. Denn ob wir sch
- bey solcher Lehre eben nichts gefährliches sehen,
- so sehen wir doch auch deren keinen grund in Heiliger
- Schrifft oder sonst: können auch die nothwendig¬
- heit nicht finden, so ein solches veranlaße. Weiln
- nichts ungereimtes daraus folget, wenn man
- dafür hält, daß ein gewißes Maaß der gnaden
- bey einem Menschen wegen der jun- und aüserlichen
- Umbstände das jenige verrichte, was die Erben dieses Maß
- bey einem andern wegen seiner alzu großen Ver-
- derburg, verstockung, und aüßerlicher reizung
- nicht erhalten wird. Zu geschweigen daß solche
- gratia per se efficax von einigen ihres itabilis
- r
- genennet, und also ertheilet wird, also auff eine solche weise ercläret wird die sie mit
- Baron
- in actu erfunden
- der Menschlichen freyheit ist leicht geschrieben
- auff welche arth sie ganz und gar nicht, weniger
- alia gratia conversionis exclusa allein, zuzu
- laßen. (
- Bleibt demnach annoch übrig die frage
- von dem Göttlichen Rathschluß, daß ist von der
- naden wohl und gerechten verwehrung, auch
- et
- decreto absoluto et conditionali, deren causis
- ungulswis, ordnung und begriffen. Hier finden
- sich nun verschiedene gradus den Lehren, welche
- von den unsrigen an den Reformirten Hauptsäch-
- lich getadelt werden. Denn
- 1.) Sind einige so weit gangen, daß sie geleh-
- ret, Gott habe den menschen nicht nur zur ver-
- damniß, sondern gar zur Sünde selbst geschaffen
- und praedestiniret. Weil diese unsere Tractatio
- denen circa seyn soll, wollen wir die bekandte loca
- nicht auführen, weniger exaggeriren. (1
- aber eine solche Lehre höchlich im probiren, in dem
- darauß zum aller münsten folget, daß Gott
- die Sünde wolle.
- Wir läßen dahin gestellet seyn, ob
- deren meinung die also geredet, nicht beßer
- gewesen als die Worthe; und ob sie nicht,
- wie es einige entschuldigen, ohne die Heilig-
- keit gottes anzulaßen, es bloß dahin verstange
- denn den: mala DEum ville permittere permiss
- quir auch erschmelten seyn, ach gewesen, achte theils, condinischreib
- un
- n
- geredet, von otiosa, dergleichen
- otiosa permissio es wäre, wenn gott in solchen
- fall es gehen ließe wie es gehet, und gleichsam
- tag denen die seelig werden
- sowohl als
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Leibniz-Handschriften zur Theologie LH 1, 9, fol. 133r. Machine transcription, not an edition: Leibniz Legible (model k3-trocr@runs-615-epoch-5, run 617). https://leibnizlegible.com/page/00068367:0265?run=617