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Leibniz-Handschriften zu Preussen LH 19, fol. 176r

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  1. Wann die Bäume um den Stamm an der wurzel herum
  2. jährlich dreymahl etwan eine hand- oder 4 finger breit auf
  3. geräümet werden, daß im Frühling die admill und Merzen
  4. Wegen beßer ein dringen; im Sommer das Unbraut nicht
  5. die wenige feuchtigkeit so durch wegen kommt an sich ziehe, und
  6. im winter, da man im Herbst so es seyn kan mit oben darauf
  7. gestraut, die fette feuchtigkeit zu der wurzel lauffe; so
  8. trägt der baum desto mehr und größere beätter.
  9. Ich hab es auf das alterum tantum dadurch getrieben.
  10. Ein baum der 6 U0 blätter getragen trug wegen
  11. dieser wortung 12 U. Im Sommer begießen müg der
  12. grösten seye, etwan zweymahl jährlich, doch so daß
  13. mit einem fingerdicken Eisen löcher gemacht werden,
  14. daß die feuchtigkeit so treff ein dringe als es nöthig
  15. kan diß begiessen mit waßer geschehen das einige
  16. tage über miß gestanden ist es desto besser.
  17. Sollten die Wurzel eines baumes nicht tiefliegen
  18. solegt man dürres gros auf die aufgeräumti
  19. de, daß die Sonnen sitze nicht so austrokne.
  20. Wann man die Bäüme einzeln in reichen, und
  21. nicht in Hecken sezen will, so werden sie viel
  22. schöner wachsen wann man ihnen keines Crone
  23. list auf nur einem Stein, wie man sonst die
  24. obstraume zierlich wachsen lässt, sondern mit
  25. gabeln als
  26. dann wann das aufsteigen des Staffes an einem
  27. durch etwas verhindert wird, so geht es am ende
  28. die Hecken muß man alle dreÿ jahr fast auf der
  29. Erde wegschneiden, oder wann man die blätter
  30. samlet, äste und blätter zugleich abnehmen
  31. sonderlich die über das spatium so die heb
  32. einnehmen soll herauslauffen wollen.
  33. an den bäumen kan man ingleichem wann
  34. die würmer sich das letzte mahl gehäutet, ganze
  35. vorige abschneiden, und ihnen vorlegen, doch mit
  36. der behutsamkeit im schneiden, daß man nach
  37. bey einem aug abschneidet, so in die Höhe
  38. will, sonst wird ein selhamer gewächse werden.
  39. und wann die würme zu klein, die äste aber
  40. zu graß, dünken nicht allein die äste viel zu
  41. tod, sondern sie müssen gar zu lange suchen,
  42. biß sie vom abgefrewenen auf auf den neuen
  43. kommen, wenigstens versaümet sich eine Parten
  44. und bekomt nicht genug, oder gleich viel zu
  45. fressen, und bleib dahin

Cite

Leibniz-Handschriften zu Preussen LH 19, fol. 176r. Machine transcription, not an edition: Leibniz Legible (model k3-trocr@runs-615-epoch-5, run 617). https://leibnizlegible.com/page/00068782:0373?run=617