Leibniz-Handschriften zur Politik und Volkswirtschaft LH 34, fol. 173r
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- Nachdem Unterthanen t
- und rechte sich aniezo
- Nächst denen tugenden
- wohlfart der unterthanen Vergnügtes gemüth
- hat die obrigkeit mich auch die gesundheit des leibes ihrer
- Unterthanen zu sehen, zu welchem ende
- nöthig verständige Medicos zu halten, und mit denen
- dießfals von deren und öfftern zu rathschlagen auch ihnen allerhand
- fragen gebührender Untersuchung vorzustellen,
- vornehmlich aber auf“ Morbos locales Evademvis und
- Epidemios ihre gedancken zu richten.
- Und zwar so bin ich zu förderst der Meinung, daß
- der jünglichen mit gemein zu viel, der
- Medicorum aber zu wenig seyn, zumahl wenn ich bedenke
- einigen proceßes annehmen als
- meister Unterrichter, ich eine ferentz und begleichen, deren unterschieden, secretarium,
- anzelisten, denn zwey Advocaten, und zu zeiten noch so viel
- als richtig bey
- uratoren; da doch bisweilen umb wenige thl. gestritten
- wird. Hingegen eines Menschen gesundheit beachtet
- nur ein einziger Medicus, und zwar zum öfftern
- überhin und im vorbey streichen, denn wie
- kan es anders seyn. Da der Medicus von der
- raxi leben und in einem tage so viel patien
- e
- stunden nachsinnens und allerhand und bedencken erfordert hätte
- patienten besuchen muß, deren
- zu geschickte So ist ja auch ungleich leichter von
- einem proceß, als von einer Kranckheit wohl
- zu urtheilen, denn in den Acten kan man
- lesen, und solche anatomiren, der leib aber eines l
- ebenden menschen ist verschloßen, und zwischen einem todten cörper und le
- und lebenken läibe ist ein als zu großer Unterschied aber diese
- o sind die legis justitiae diviteaufftig
- beschrieben, die leges naturae aber solche orthen, die großen
- theils außgefunden werden. Daher ich mich offt über deß
- Menschen blindheit verwundere, die sich ihre wahre wo
- wohlfart so wenig angelegen seyn laßen, vernehme leute ja
- große potentaten selbst müßen täglich erfahren
- wie übel es hehrgehet, wenn sie oder die ihrigen, oder ihr
- hr guthe freunde krank seyn, und wie viele durch nachlaßigkeit
- und unwißenheit aufgeopfert werden und dennoch
- wollen sie nicht ein weniges auf das jenige bey gesunden, hagen werden,
- o sie in Kranckheit mit viel tausend
- zu erkaufften trachten würden. Nun ist gleichwohl
- e
- die sach aniezo mit dem Statgl. in Amtien, daß man deß Ammern
- sezung der bereits vorhanderen, wißenschafft, beförderungen,
- Experimenten und guther gedancken vielen
- gesteuert werden köndte, und da große
- losocoma seyn, köndte man in wenig jahren
- einen schaz von nüzlichen beobachtungen samlen; alleine
- es geht den menschen mit der gesundheit, wie mit der
- seligkeit, deren keines sie achten, bis sie von der
- spathen reüe übereilet werden.
- . Were demnach nöthig, daß
- eine zimliche anzahl guther Medicorum
- weit mehr als iezo gebraüchlich angenommen
- und von der obrigkeit mit einer beständigen
- besoldung verschmieden, so doch nach erfahrenheit
- und würde der Personen unterschieden, bey weigenden
- fällen die untern, so sich durch guthe Curen berühmt
- gemacht an der Seniori oder vorgangen stellen gesezet seyn zu befördern, dann
- ist wird
- der mit geringer besoldung gehalten und denen
- besoldeten mit gewißer hofnung der succession
- beygefüget werden. Über das fixum solte ei
- einem ieden Medico, ein gewißes von dem
- patienten, oder nach gelegenheit gar
- alcem agons, terras alimenta
- en
- so wohl in den gerichten
- als schöp
- ichts
- Fürstenfacultäten oder
- schöpfenstühlen), auch
- t durch allerhand glückliche
- entdeckungen dahin
- komen
- versehen würden, da dann
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Leibniz-Handschriften zur Politik und Volkswirtschaft LH 34, fol. 173r. Machine transcription, not an edition: Leibniz Legible (model k3-trocr@runs-615-epoch-5, run 617). https://leibnizlegible.com/page/00068823:0331?run=617