Leibniz-Handschriften zur Theologie LH 1, 9, fol. 120r
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- mali ihrer meynung nach, und ein Urheber
- der Sünde sey. Man weiß wie par auch in dem
- mit Decario zu Schwalbach gehaltenen gespräch
- gegen diese Erbüldigung protestiret, welches auch
- potinus und viele andere in ihrem Schrifften gethan.
- darauß denn folget, daß diese Lehre denen
- Reformirten in gesamt und ins gemein nicht beyzuzie
- nießen. Auch solche Redens-arten die dahin zu
- ziehen, vermuthlich bey ihnen aniezo nicht mehr
- solche
- anzutreffen.
- Daß inzwischen Calvinus selbst-Badeurirten
- gebraucht, so darauff zu zielen scheinen, und sich
- schwehrlich entschuldigen laßen, liegt am hellen
- tage Lib. 1. Institutbonum c. 18. n. 1. sagt er
- Ejus probationis in 1000, cuius satan et sedesti
- rationes ministri fuerunt, drum fuisse autorem.
- molitur, inquit, satam Sanctum virum desperatorem,
- tione adigene in furorem, Sabaei erudelitet et
- imples in aliena bona praedando involatst. Und
- noch deütlicher n. 3. jam satis apertè ostendi,
- decim vocari omnium eorum autorem, quae isti cen
- ores volunt otioso tantum ejuspermissu continu
- darauß dann zu folgen scheinet, Gott laße die
- Sünde nicht allein zu, sondern wolle auch und mache
- daß sie geschehe
- Man möchte vielleicht zur entschuldigung
- calvini anführen; nachdem Gott, der
- auf unzahlbare mügliche arthen dieses Universi
- zum habe schaffen können, und dennoch eine solche
- ferien rerum erwehlet, von derer vorhergehen
- daß sich die sünde darunter finden würde; so folge
- ja darauß, daß er voluntate absoluta et efficaci
- seu successum habente die sende nicht ausschliessen
- wollen, sonst würde er sie würcklich außgeschlossen.
- oder diese feriem rerum darinn sie begriffen,
- ungeschaffen gelaßen haben. Nun ist solches zwar an
- n, man kan aber darauß nicht schließen
- daß die sände voluntatis divinae, efficacis sive successum,
- habentis objectum sive affirmatiolum sive negati
- sey jucht affirmativum sonst wäre gott, die wahrhaffte
- ursach der Sünde nicht negationen, weil er sie auß
- zuschließen auf solche Weise nicht gewolt. Muß sie
- also in der schöpfung seyn objectum voluntalis divinae
- successum habentis seu becretoriale mere permissivum,
- Wenn nun Calvinus mit seinem wollen
- nichts anders verstanden, als zu laßen wollen;
- wäre zwar die meinung nicht unrechst. Allein
- die Redens-art bliebe einen weg wie den
- andern Scandalosa et piarum omnium offensiva,
- als welche formque laborum verborum
- zu wieder, und nicht zur erbauung, sondern
- zur Niederreißung dienen kan. Es ist
- aber zu besorgen er sey mit seiner Mey
- nung selbst weiter gegangen, in dem
- er gleichsam wieder diese erclärung protestiret,
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Leibniz-Handschriften zur Theologie LH 1, 9, fol. 120r. Machine transcription, not an edition: Leibniz Legible (model k3-trocr@runs-615-epoch-5, run 617). https://leibnizlegible.com/page/00068367:0239?run=617