Leibniz-Handschriften zur Theologie LH 1, 9, fol. 135r
Machine transcription. Not an edition. Errors are expected: about 8% character error rate on Latin and French lines, higher on German. Mean line confidence on this page: 0.92.
Original at the GWLB · Page image · Annotations (IIIF) · Download text
One image of two folio pages side by side, registered by the library under both labels (also fol. 134v); this page is its right half.
The machine reads it as
- Was zuförderst die ordnung der
- Göttlichen Rathschlüße betrifft, so wird zwar
- von den Reformirten gestanden, daß Gott
- keine andere zur ewigen Herrligkeit erwehle,
- als die den lebenden glauben endtlich haben.
- werden. Es wird auch ebenmäßig von den
- unsrigen gestanden, daß der glaube sey
- ein gnaden-geschenck gottes, und daß niemand nach 1/2 wochen
- in der Zeit den seeligen Hauben haben könne,
- dem Gott denselbigen zu geben von ewigkeit
- nicht beschloßen. Es sind auch beyde Theile
- damit einig, daß in der ordnung der göttlichen
- Rathlüße nicht prioritas temporis, sondern prioritas
- naturae, oder in signo
- statt haben. (§.
- b
- Theologi Scholastici nennen. Verwederung also bloß
- und allein diese subtile Streitfrage übrig,
- welches von den beyden Decretis divinis in
- signo rationis, et secundum nostrum concipiendi etc.
- modum natura prius
- Decretum
- Dandi fidem vivam finalem
- oder
- Dandi gloriam seu vitam aeternam
- das erste klehren die unsrige, das
- andere die Reformirten. Die vrsach unsrer
- Meinung soll hernach mit wenigen berühret, und
- das momentum controversiae, ob der grund des
- glaubens durch diesen Streit nothleiden erwogen
- werden; Wenn zuvor, wie iezo geschehen soll, in etwas
- de causa impulsiva Electoralis et Graticae, ejusdemque
- Gratiae extensione gehandelt worden.
- etwas gründtliches oder nur Vernünfftiges
- zusagen de causa impulsiva divinae voluntatis, was
- Gott bewogen dieses oder jenes zu beschließen, zu
- wenn es
- nicht
- thun oder zulaßen. Verwundert daß es von ihm
- selbst offenbaret worden, ist so schwehr als
- ein problema Theologicum seyn kan. Weil
- Wir aber finden die Schrifft für uns zu haben,
- sezen wir den vorhehr geschehenen glauben zur
- Ursach die gott von ewigkeit hehr bewogen,
- aus denen gefallenen Menschen etliche
- zu erwehlen und sie zu gnaden aufzunehmen. Hingegen reden, einige
- ehrliche der Reformirten davon
- also, daß man meinen solte, sie glaubten
- Gott hätte Sontagsdenn seyn menschen zur seeligkeit
- i
- gen
- außgeschieden und verordnet, ohne einige
- bewegende Ursache; also daß es heißen
- würde: stat pro ratione volunta (welches aber
- gegen die weißheit gottes lauffen müße, wie bereits bey der dividis, H. Bis
- e
- s erweihung oder anstalt, sonderlich aber angehandelt worden
- e
Cite
Leibniz-Handschriften zur Theologie LH 1, 9, fol. 135r. Machine transcription, not an edition: Leibniz Legible (model k3-trocr@runs-615-epoch-5, run 617). https://leibnizlegible.com/page/00068367:0269?run=617