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Leibniz-Handschriften zu Societäten, Archiv- und Bibliothekswesen LH 40, fol. 1v

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  1. jet
  2. nicht nur reden, es nicht nur dencken, sondern pra¬
  3. tice```````````````````````````````````````````````````cken, das ist thun, als wenns wahr were.
  4. An Gott Glauben, zu Gott hoffen, ist glauben daß
  5. Uns Gott liebe, und seine Liebe zu erweckung unser
  6. Gegenliebe durch unsern Heiland und Mittler uns
  7. angetragen; und dann hoffen, daß wenn wir ihn von
  8. ganzen Herzen wieder lieben, dahehr eine un
  9. zertrennliche Freündschaft und Amicitia vera et
  10. aeterna entstehen, und deren unaussprechliche
  11. unendtliche Nießung in jenem Leben folgen
  12. werde. (§.
  13. 5.) Ist also Hoffnung und Glaube Gegrün¬
  14. det auff Liebe, und alle drey auff erkäntnüß.
  15. Liebe ist eine Freüde des Gemüths aus betracht
  16. nung der Tripel- oder vortreffligkeit eines
  17. andern anhero
  18. l
  19. Alle Schöhnheit dienstlich in einer German
  20. und proportion; die schöhnheit der gemüthe
  21. r, oder Verstand habenden dinge in der propor-
  22. tion zwischen verstand und macht, welches auch in
  23. dieser welt das fundament der Gerechtigkeit, der ordnung,
  24. der meriten, ja der form der Republice ist, daß
  25. ein ieder verstehe was er vermag, und ver
  26. möge so viel als er verstehet. Ist die macht
  27. größer als der Verstand, so ist der sie hat ent
  28. weder ein einfaltig schaff, wo er sie nicht weis zu
  29. brauchen, oder ein Wolff und Tyrann,
  30. wo er sie nicht weis wohl zu brauchen. Ist
  31. der verstand größer als macht, so ist der ihn hat
  32. vor unterdrückt zu achten, oder ansehen beständigung beständigung beständiget werden und beständigkeit
  33. tudo mentium in scientiae et potentiae proportione
  34. so bestehet pulchritudo summae et infinitae mentis
  35. einer infinität sowohl der Macht als weis-
  36. eit, und folglich die Liebe Gottes des
  37. höchsten Guths, in der freude so man auch anie
  38. bereits, ohne vitione beatifica) schöpfet aus der
  39. betrachtung deßen Allmacht und allweisheit
  40. en, hinwiederumb wird Glaube, hofnung, und Liebe
  41. durch die eigenigen Geistlichen Geistlichen. Die Gewisheit dero Allmacht und Allwißens
  42. heit Gottes wunderbarlich befestiget. Denn weil
  43. ns sein geschöpf also bereits geliebt habe,
  44. daß er alles gethan, was an ihm ist (nehmlich so
  45. viel die Universal- Harmoni der Dinge leidet;
  46. und sich thun laßen, ohne unserm Freyen
  47. Willen tort zu thun) umb zu machen daß auch
  48. wir ihn lieben, worauff der Glaube ruhet: Ist
  49. er aber auch zu gleich die höchste Macht, so ist
  50. gewiß daß er die so ihn wieder lieben, seiner
  51. Liebe genießen zu laßen, das ist ewig glück
  52. seelig zu machen, kräfftig gnug sey. Welche
  53. betrachtung die Hofnung gründet, und wenn sie recht zu herz gefaßet, allei
  54. ne gnug den Menschen glückseelig, ihnen auch
  55. unglück, armuth, verfolgung, verach
  56. tung, kranckheit, marter, todt, zu nicht, ja süß
  57. zu machen. (§.
  58. e
  59. Schönheit
  60. te gewißet, und unnüz, ja auch wohl schädlich
  61. unglaublichen
  62. der-
  63. Schöhnheit, das ist proportion, das ist infinität der
  64. Erkantnüß und
  65. die Hofnung gründet, und
  66. 16. seq. et y. id 1

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