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Leibniz-Handschriften zur Philosophie LH 4, 4, 4, fol. 2v

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  1. erner folgt daraus daß nur allein ein solcher
  2. Mensch vor gelert zu achten; maßen studiren
  3. nichts anders seyn solte, als seinen Verstand recht
  4. ein
  5. wir
  6. und wohl zu gebrauchen lernen, daß ist wie man in allen
  7. ey
  8. Vorfällen was einem nüzlich oder schädlich seyn
  9. nicht
  10. möchte erkennen möge, und also siehet man daß
  11. einem ieden Menschen dergestalt zu studiren
  12. obliege, welches dann sowohl der Verstand anweiset,
  13. als auch alle Menschen stillschweigend billigen. Denn
  14. weil vor erst der Verstand die herrlichste gäbe von
  15. Gott (dann ohne ihn wißen und haben wir nichts), so
  16. kan nichts beßers gethan werden, als daß die so
  17. damit begabt, solchen wohl zu gebrauchen lernen (dann
  18. was ist was guthes haben, und deßen gebrauch nicht
  19. wißen), daß ist das alle Menschen zu studiren sich bef-
  20. leißen sollen; und dann ist gewiß das so viel
  21. die glückseeligkeit betrifft, zwischen einem gelerthen
  22. und ungelehrten Menschen in dieser bedeutung
  23. ein größer Unterschied sey, als zwischen einem
  24. Menschen und unverständigen thiere. Daß aber
  25. alle Menschen wo nicht mit dem munde, doch
  26. in der that solches vor gewiß halten, siehet man
  27. daraus daß nichts mehr von ihnen geclagt wird,
  28. als daß wenig leute sind die ihr glück wohl zu ge
  29. C
  30. brauchen wißen, die guthe tage ertragen k
  31. und bey aller ihrer hertzigen zeit und überfluß ver¬
  32. e
  33. gnugs
  34. Endtlich folgt, daß ein solcher
  35. fen, der weil er auch ohne alle gesez der verstände habere diese zeine und lauter tugenden so von
  36. Mensch über alle gesez, und keinem geboth unterw
  37. sten gesezgäber wundsch erfüllen, und alles
  38. beßer thun wird als einige worth ihm vorschreiben
  39. können. Denn ja alle gesez sind eines gewißen
  40. Nuzens wegen gegeben, nun aber nicht Gott
  41. zu dienst, denn der Mensch lebe wohl oder übel, so
  42. kan er dem vollkommensten wesen nichts zu
  43. sezen oder benehmen, folgt also, daß sie nur
  44. dem Menschen zu nuz gegeben, und zwar ferner
  45. ohne zweifei auch nur demselbigen, der durch an¬
  46. leitung des Verstandes seinen nuzen nicht
  47. weis, sondern durch bewegungen umbgetrieben wird,
  48. dem man gewiße und sichtbaren schranck

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Leibniz-Handschriften zur Philosophie LH 4, 4, 4, fol. 2v. Machine transcription, not an edition: Leibniz Legible (model k3-trocr@runs-615-epoch-5, run 617). https://leibnizlegible.com/page/00068593:0004?run=617