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Leibniz-Handschriften zur Philosophie LH 4, 4, 4, fol. 42v

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  1. Was sonst die zeitlichen Güther betrifft,
  2. so ist gewiß, daß wenn zwey guthe dinge
  3. an grad der güthe ein ander gleich, eines aber
  4. an zeit und orth weiter ausgestrecket als
  5. das andere; als dann solches auch höher zu
  6. e
  7. schäzen wenn aber eines dauerhaffter,
  8. das andere anstellet, anstatt das Bra
  9. reflicher, da kan wohl der fall bekommen
  10. daß das kürzere dem längern fürzuziehen,
  11. Eine stunde darinn man etwas herrliches
  12. insgerichtet, ist beßer als viel stunden, man
  13. Vergebens zu bracht, also daß auch ein kürzeres
  14. leben voll tapferer thaten höher, als ein
  15. hundert, daß angefehlet angeldigkeiget angezogen, daß
  16. Menschen zu Parien, Und scheinet in schärung der Zeit,
  17. halten
  18. müße man nicht sowohl auff das continuir
  19. als auf das utile tempus sehen, wie die Juristen zu
  20. reden pflegen. So sage auch der Poet wohl:
  21. Mon est vivere sed valere vita
  22. lich d
  23. e
  24. kan man derowegen nicht schlechter dinge
  25. daß ein kurzes guthe mit einem lang weniger
  26. übel für böß zu halten. Denn es köndte dieses
  27. kurze guthe so groß seyn, und das langwierige
  28. übel so klein, daß dennoch das guthe
  29. überwege. Demnach eigentlich
  30. davon zureden, muß man auff Mathematisch damit
  31. verfahren, und sagen, die gantze größe der guthe
  32. vertheke et daran bonituris in abtabilen;
  33. eyn. Wie also die entstehe daraus,
  34. man die guthe in daure führe (excell. ductu
  35. bonitatis in durationem) wie bey den Meß-
  36. Künstlern die Feld größen (Arco) aus
  37. der führung der breiten in die länge Cap
  38. Dacta latitudinem in longitudinem.) Welches
  39. auch patt hätt, wenn gleich die breite unterr
  40. schiedtlich, also daß sie bald steigt, bald fallet
  41. darauß aber folgt, daß ein ewiges obschohn
  42. kleines übel einen zeitlichen guth, so fast es
  43. auch immer seyn möchte vorzuziehen. Wiewohl
  44. in der that die ewige übel auch
  45. ann auch selbst zu iederzei
  46. groß seyn werden. In übrigen
  47. incincturen ist gewiß daß alle starcke sinnliche
  48. empfindungen schädlich seyn, und mit einer
  49. allzustancken flamm einer lange zu
  50. vergleichen, die das oel zu früh verzehret,
  51. und obschohn solches eigentlich den Cörper
  52. angehet, so hat man doch deßen auch zu den
  53. Verrichtungen des gemüths von nöthen

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Leibniz-Handschriften zur Philosophie LH 4, 4, 4, fol. 42v. Machine transcription, not an edition: Leibniz Legible (model k3-trocr@runs-615-epoch-5, run 617). https://leibnizlegible.com/page/00068593:0086?run=617