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Leibniz-Handschriften zur Philosophie LH 4, 4, 4, fol. 43r

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  1. nun
  2. Dieweilen der Hauptzweck ist
  3. die Erkurtniß der vollkommenheiten
  4. und darauß entstehende Lust und Liebe
  5. zu Gott, aber wie oberwehnet,
  6. nichts zu unser erkantniß mehr dienen auch mehr daran hindern kan
  7. als andere Menschen, so folgt
  8. Darauß daß man trachten müße sich dazu
  9. mit ihnen bestens zu verstehen.
  10. Und weilen der Mensch das mächtigste Ehier
  11. auff erden, wenn ich ihn anders ein thier
  12. nennen soll, und sich schwehr vor einem Menschen
  13. zu hüten, der sich vormeint uns zu schaden,
  14. es koste was es wolle; der schaden aber
  15. an unserm Leibe und seine Rechte auch
  16. die Verrichtung unsers amts, das ist
  17. die Verfolgung der erkäntniß hindert
  18. so müßen wir zu forderst trachten die Menschen
  19. wie die einiger maßen unsre Nachbarn
  20. seyn, und mit Uns zu thun haben können.
  21. soviel immer thunlich nicht gegen Uns
  22. zu haben; und zu dem ende ihnen von
  23. unsern verstand und willen eine guthe
  24. meinung beyzubringen. Dann ferner
  25. zu thun, was sie und uns erbauen, und
  26. zur tugend leiten kan nicht als zumahlen
  27. die Eingend darinn bestehet, daß man eine Neigung und
  28. fertigkeit hiebe nach dem Verstand zu würcken,
  29. ch
  30. und folglich alles zu reden, endtlich ein zweck, das ist
  31. zur wahren erkantnüß,
  32. zu viehmen und Liebe Gottes zu richten,
  33. Weil dergleichen dienstl. Habe
  34. Weilen denn in andern Menschen sowohl als
  35. nicht gemacht
  36. in uns ein verständiger Geist, so der erkantniß
  37. fähig, und also der uns also zu unserm
  38. wahren endzweck,
  39. eine mehr
  40. admittelbare weise gelffen kan, als
  41. die Leibes, ja als unser Leib
  42. selbsten, so habe erst von der mithnisse
  43. ander Menschen, und gesellschafft
  44. als von den Leiblichen guth reden
  45. wollen. Weilen aber gleichwohl
  46. unsers Leibes gesundheit, und beqvemligkeit
  47. ein großes zu verrichtung unsers Amtes
  48. beytragt; so ist das nächste, daß man
  49. bedacht sey, wie bey dem Leib nicht nur in
  50. unser
  51. gesundheit, sondern auch in gewißem
  52. l
  53. jückere durch die gebührende Nahrung und
  54. übung erhalten werde; und dann
  55. und andern so zu
  56. und uns dienlich
  57. 3. Habe
  58. de wozu den wohlstand oder
  59. das Decorum in acht zu
  60. nehmen dienlich
  61. Ffurt nach man dann eigentlich
  62. die Liebe des Nechsten gebührend übel
  63. auch solche Vereinigung
  64. durch mittel des Verstandes
  65. erhalten wird.
  66. Damit die leibliche Betrach
  67. anweisung des gebrauchs
  68. eitlicher dinge beysammen,
  69. bleibe

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Leibniz-Handschriften zur Philosophie LH 4, 4, 4, fol. 43r. Machine transcription, not an edition: Leibniz Legible (model k3-trocr@runs-615-epoch-5, run 617). https://leibnizlegible.com/page/00068593:0087?run=617