Leibniz-Handschriften zur Politik und Volkswirtschaft LH 34, fol. 62r
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- man muß bedencken, daß die Worthe nicht nur
- eichen seyn andern unsre meinung zu entdecken, sondern
- auch einen artigen umbdründen zu bringen, und da
- selbsten innerlich gleichsam zu reden und zu rathschlagen,
- wie die erfahrung bezeiget, und ie beßer
- oder beqvemer und deütlicher die zeichen seyn, ie füglicher kan der verstand
- seine würckung verrichten, gleichwie man beßer
- r
- als Romanischen zip
- des Gujusimilonis Arretini, als dergestalten Not
- dingen kan. Daher wenn allerhand sein reiche
- elleicht wohl soll, wohl unterschiedene
- Worte in einer sprache läuffig seyn, so stehen dem
- gemüthe gleichsam soviel guthe gedancken
- und einfälle zu dienste. Daher mich wundert,
- daß man bey uns der Fruchtbringenden gesellschaft guthes
- vorhaben verachtet, und den angefangenen
- bey uns
- u wieder verfallen laßen. Und mus ich mich offt verwundern, daß so gar schlechte
- en
- ein anie
- zo heraußkommen.
- Wolte derowegen rathen, daß zu zeiten wackere
- leüte, so eine reine und zierliche feder führen,
- durch hohe Personen eines guthes auch solte eine guthe materirt vorzunehmen
- angefrischet würden, daß ich im übrigen gr
- ßen; daß vor deß vornehme
- Leüte sonderlich in großen städten, angenehme
- aber trockne zusammenkunfften anstelleten an
- arth der französischen conferenzen und welschen
- Academien, daß s
- schöhne theils ausl. verspiel verfertiget, und d
- höfen vorgestellet werden, denn man nicht
- glaubet, was nur nur einzuladen und Mönn
- chulden schohnen ausfertigung voll guther gedancken
- hen Landsleüten für vortheil geschafft
- Ich will auch so gar die liebes schrifften nicht verachten
- und möchte wündschen, daß viel Aramenen und Octa
- vorhanden vorhanden, sondern
- p
- In übrigen ist ja dem Vaterlande höchlich daran
- gelegen, daß es trefliche geister habe, mit tiefsinnige
- n erfindungen oder hurtigen anschlägen in krieg und
- friedenszeiten, bey gesandschafften, bey zusammenkünfften,
- und handlungen, bey schlachten, belägerungen und partheyen, auch
- betheils mit schiffarten, mit Kaufmanhafften mit
- Kunst- und handwercksvortheilen denen benachbarten
- einen ranck abzulauffen wißen. Es gehöhrt aber
- schuz, aufmunterung und belohnung dazu, und
- würden billig nach ander Volcker beyspiel eigne
- gne Laboratoria, officinen und Academien
- mit gewißen einkünfften zu allerhand untersuchungen und Proben
- verordnet, auch wissenschaftig, gleichsam
- als pflanzen von anderen orthen hehr in unser land
- zu versezen getracht
- et. Alleine die kräfftigsten Mittel denen Ü
- beln des menschlichen gemüths zu steüern, und deßen Vollkommenheit zu
- zu verfordern bestehen vornehmlich in der erziehung der jugend,
- und rechter anführung der erwachsenen jungen Leüte, deren beydes
- bey uns in Teütschland sehr übel bestellet. Man leb
- und lernet langsam, was man geschwinder wieder vergeben.
- mus, als mans gelernet. Was man aber vor allen
- dinge Wirth, dergleichen vornehmlich hierinn und hernach üben solte, wird
- bergangen, und ist mehr als zu offt den lehrern selbst verborgen. E
- Es ist keine sprache darinn nur durch ihrer Viel
- in Re
- und wenig regeln in einem ehren zusammen ansehen und zusetzet, einem jahre
- weit kommen könne, daß ob
- nicht
- was ist annehmlicher und nüzlicher als die Historien und
- weiß Künster und Cons ist knaben leichter. Schöhne nachdenckliche
- eiche in allerhand sprachen und lehr reiche
- egebenheiten, werden dem noch zarten gemüth unausgänglich eingedrückt
- und deütlicher
Cite
Leibniz-Handschriften zur Politik und Volkswirtschaft LH 34, fol. 62r. Machine transcription, not an edition: Leibniz Legible (model k3-trocr@runs-615-epoch-5, run 617). https://leibnizlegible.com/page/00068823:0107?run=617